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BIOGRAPHIE

Lebensstationen
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geboren am 12. September
1932,
Schwanden/Glarus
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aufgewachsen Kreuzlingen/ Bodensee
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kaufmännische Ausbildung Textilbranche
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Elim Bible College London
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Ordination Pastor SPM - Schweizerische Pfingstmission
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Heirat mit Sylvia
Jordi am 25.4.1964
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Verkündigungsdienste in
Gemeinden
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Evangelisation
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Zeltmission
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Sekretär SPM 1967 -
1973
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Präsident SPM 1973 - 1996
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Lehrtätigkeit Internationale Bibelschule Gunten
und Emmetten
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Redaktor WORT UND GEIST
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Leiter Heimstätte SPM / Hotel
SEEBLiCK
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Im aktivem
Ruhestand seit Herbst 2002
Internationale Aufgaben
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Chairman
Pentecostal European Fellowship
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Secretary Pentecostal World Conference
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Editor WORLD PENTECOST MAGAZINE
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Verbandsaufgaben
für SAFE, SEA, VFG
Veröffentlichungen der Presse:
Jakob Zopfi wird am 12. September 70 Jahre
alt. Ein Interview mit dem Pionier.
Nach über vier Jahrzehnten Einsatz im Dienst für
die christliche Gemeinde im In- und Ausland hat sich Jakob Zopfi im
Sommer am Bodensee in den Ruhestand gesetzt. Ganz ruhig will der
markante Leiter der Pfingstbewegung noch nicht sein: Dem Feuer für die
Evangelisation und dem Drang zur Feder will er nachgeben.
Fritz Herrli besuchte Jakob Zopfi in Kreuzlingen:
idea: Jakob Zopfi, jetzt hast du die meisten Aufgaben abgegeben. Was
geht einem da durch Kopf und Herz?
Jakob Zopfi: Die Bibel sagt, "unser Leben währt 70 Jahre und
wenn’s hoch kommt etwas darüber". Vermutlich gibt es in der
Psyche und Physis etwas, was zur Gewissheit heranreift, die
signalisiert: Jetzt ist es Zeit, abzugehen. Ich gebe ja schon seit fünf
Jahren Ämter ab. Mir ist das Abgeben nicht schwergefallen, schon eher
die Phase des Übergangs. Man hat noch die Verantwortung und ist doch
schon am Abtreten. Da gibt man Aufgaben ab, nicht aber die Berufung.
idea: Wie sieht denn diese Berufung jetzt noch aus?
Zopfi: "Es war in meinem Herzen und in meinem Gebein wie brennendes
Feuer", sagt Jeremia. Und das ist bei mir noch da. Der Dampf geht
sicher in erster Linie in Form von Verkündigung ab. Da und dort
predigen. Schreiben für die eigene Homepage, evangelisieren.
idea: Hat sich all die Mühe und Arbeit gelohnt?
Zopfi: Es hat sich absolut gelohnt im Befolgen des Rufes Gottes. Da bin
ich glücklich, wenn ich auf die Jahrzehnte zurückschaue, in denen ich
im Reich Gottes arbeiten durfte. Eine andere Frage ist diejenige nach
den Resultaten. Da bin ich skeptischer.
idea: Würdest du alles nochmals gleich machen?
Zopfi: Ja, in den groben Zügen schon. Natürlich haben wir auch Fehler
gemacht, oft blieb uns mangels Erfahrung auch nicht viel anderes übrig.
Manchmal denke ich, dass wir in evangelistischen Methoden, aber auch in
politischen und ethischen Fragen zu wenig beharrlich waren.
idea: Du hast sehr viel gearbeitet, warst viel unterwegs. Hattest du
genug Zeit für die Familie?
Zopfi: Man müsste meine Frau Sylvia und die Kinder fragen. Kaum waren
wir verheiratet,ging es ab in die Zeltmission. Als meine Frau einmal bei
einem Freund mit Tränen feststellte, wie viel ich abwesend sei,
kurierte er sie: "Du wusstest genau, wen du da geheiratet
hast." Wir hatten und haben ein glückliches Familienleben.
idea: Betrachten wir einmal die christliche Szene in der Schweiz, in
der du tätig warst, genauer: die Freikirchler. Wie hat sich diese Szene
in den 40 Jahren verändert?
Zopfi: Zwischen 1970 und 1985 spürte ich einen evangelistischen
Aufbruch. Nach dem Evangelisten-Kongress in Amsterdam 1972 gründeten
wir in der Schweiz die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für
Evangelisation (SAFE) mit dem erfrischenden Motto: "Der ganzen
Schweiz das ganze Evangelium durch die ganze Gemeinde". Vielleicht
habe ich das auch so frisch empfunden, weil ich mitten drin war. Wir
waren damals eine verschworene Mannschaft, quer durch die Gemeinden.
Fritz Aeschlimann, Karl Albietz, Hans-Peter Jaeger, manche andere –
eine tolle Mannschaft. Inzwischen haben sich Akzente der Arbeit
verschoben, Die gemeinsame Evangelisation scheint mir eher zu einem
Status Quo stagniert zu sein.
idea: Es ist nicht zuletzt dein Verdienst, dass die Pfingstgemeinden
von den andern Freikirchen immer mehr akzeptiert wurden und heute zur
Allianz und zum Freikirchenverband gehören. Wie hast du diesen Weg
erlebt?
Zopfi: Ich persönlich kam in einer Pfingstgemeinde als Jüngling zum
Glauben. Als ich später vernahm, dass wir Pfingstler eine spezielle
Gesellschaft sein sollten, glaubte ich, ich höre wohl nicht recht. Es
gab Literatur, die gegen uns wetterte, die Dinge behauptete, die ich bei
uns nicht kannte. Ich bin dann vielleicht "wie ein Muni auf den
Chrishaufen" auf bittere Gegner losgegangen, wobei sie für mich
immer Brüder blieben. Ich empfand tief in mir, dass Bruderschaft
gesucht und gepflegt werden muss. Sie ist nicht einfach gegeben. Gut,
beginnt man gerade mit den kniffligsten Lehrfragen, gibts – auch nach
gemeinsamem Gebet – rote Ohren. Aber das Erleben der evangelischen
Bruderschaft gehört zum Schönsten in meinem Leben.
idea: Die einstige Geschlossenheit des Pfingstbundes (BPF) löst sich
in letzter Zeit immer mehr auf. Stimmt das?
Zopfi: Ja, die Bewegung plus ist ja schon ausgetreten. Wir hatten in den
vergangen Jahrzehnten eine gute Zeit zusammen. Gemeinsam haben wir die
Bibelschule geführt, die Monatsschrift herausgegeben, nationale
Anliegen bewegt, Pastorenkonferenzen gehalten. Mit dem Wachstum der Verbände
ist das Bedürfnis nach Eigenständigkeit stärker geworden. Das ist
verständlich. Ich würde mir allerdings eine gemeinsame Vision nach wie
vor wünschen.
idea: Gefällt dir die Pfingstbewegung heute noch in der Schweiz?
Zopfi: Dass alles perfekt läuft, wäre zu viel gesagt. Es hat sich nach
der ursprünglichen Erweckungszeit manches verändert. Aber es gibt auch
neue Aufbrüche. Ich freue mich auch über die heranwachsende
Pastorengeneration, auch wenn ich etwas weniger Schulungen und Studien
und mehr Heranbildung der Berufung "am Feuer des Altars Gottes” sähe.
idea Bist du überhaupt noch Pfingstler mit Leib und Seele?
Zopfi: Ich sehe die Pfingstbewegung bibelorientiert und das ist das
Wichtigste, aber auch gemeindeorientiert, charismatisch und
evangelistisch. Welche Alternative sollte ich da haben?
idea Einer deiner Schwerpunkte war die christliche Medienarbeit.
Warum?
Zopfi: Medien haben einen so grossen Stellenwert in der Gesellschaft. Es
ist unmöglich, den "Priesterdienst der Feder", die
Verbreitung des geschriebenen Wortes nicht als Auftrag zu sehen. Von
daher war ich schon in der Jugendzeit zum Schreiben getrieben.
idea In den 70er-Jahren warst du bei der Gründung der Mediengruppe
der SAFE dabei. Daraus entstand manches. Mit der Petition "Mehr
Wort Gottes an Radio und Fernsehen" wurde Druck auf die SRG
gemacht. Was hat das gebracht?
Zopfi: Als wir damals begannen, bei Radio und Fernsehen der SRG
vorzumarschieren, stellten wir fest, dass die Verantwortlichen dort
keine Ahnung hatten, wer wir sind – vor allem in dem Gewirr von
Gruppen und Fraktionen, das wir darstellen. Auf jeden Fall haben unsere
Aktivitäten zur Klärung beigetragen. Eine Bibellese am Schweizer Radio
wurde eingeführt, die bis heute besteht. Freikirchliche Radioprediger
wurden zugelassen. Aber unsere steten Kontakte bei Radio und Fernsehen
liess man einschlafen. Not täte eine Hand voll Gipfelstürmer, die an
den eisernen Gittern der Medienzentren rüttelten.
idea: Das SAFE-Bulletin, also Vorläufer von idea, hast du initiiert.
Was war das Motiv?
Zopfi: Die Grundidee war: Alles, was wichtig ist, müssen wir auch
kommunizieren. Es ist nötig, dass das Geschehen dokumentiert wird. Da
war das SAFE-Bulletin sehr sinnvoll. Ich finde es merkwürdig, wenn man
eine Arbeit wie idea überhaupt begründen muss. Ich finde es absolute
Notwendigkeit, auch wenn ich mir eine Prise mehr Salz wünschte.
idea: Fernsehen: Da hat man zunächst (vor allem auch finanziell) ja
einen ziemlichen Schuh Wasser herausgezogen. War der Schuh einige
Nummern zu gross für die Frommen in der Schweiz?
Zopfi: Ich will nicht ärgern, aber man sollte denen, die den Mut zum
Wagnis hatten, einen Orden geben. Können Christen bei der Bedeutung
dieses Mediums sagen: Da machen wir nichts, das ist zu teuer? Und leben
in getäfelten Häusern. Wahr ist: wir kamen in stürmische Gewässer.
In der ganzen Medienwelt ging’s damals stürmisch zu. Wir waren Anfänger,
machten Fehler. Aber wie Gott eingegriffen hat, ist eines der Wunder. Es
ging ja um die Finanzen. Aber Gott hat Herzen bewegt und nicht zuletzt
haben die SPM-Gemeinden einen grossartigen Einsatz geleistet.
idea: Immerhin ist daraus die Alphavision und damit das "Fenster
zum Sonntag" auf SF2 entstanden. Ist das die Erfüllung deiner
Fernsehträume?
Zopfi: Auf jeden Fall ist das Evangelium auf Sendung! Das ist Grund zur
Freude und Dankbarkeit an das Grosse, was geleistet wird. Wobei mir
direkte, klare Botschaften näher liegen als Vorevangelisation.
idea: Du bist über all die Jahre der Evangelist geblieben. Wärst du
heute noch am liebsten Zeltevangelist?
Zopfi: Gut, die Methoden haben sich geändert. Aber wenn ich daran
denke, wieder mit einem Evangeliums-Zelt – wie Jesus – von Dorf zu
Dorf, von Stadt zu Stadt gehen zu können, springt mein operiertes Herz
wie ein Hase im Sack.
idea: Mittel, Wege und Stil der Evangelisation haben sich geändert.
Wie müsste man heute evangelisieren?
Zopfi: Ich glaube, dass das gut läuft, was wir früher
"Knopflochevangelisation" nannten – kleinere Kreise,
Zellenarbeit, Alphalife-Kurse. Schwach finde ich die gemeinsame
Proklamation: Christustage in kürzerem Rhythmus, Paukenschläge wie
Grossevangelisationen, gemeinsame nationale Anlässe in kürzerer
Reihenfolge, bis es wieder wie bei den Aposteln heisst. "Ihr habt
Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt!"
idea: Was waren für dich die schönsten Momente deines Dienstes?
Zopfi: Wenn bei einer Evangelisation eine Schar Menschen bereit war, ihr
Leben Jesus zu übergeben. Oder bei grossen Konferenzen, wo die
Teilnahme vorher ungewiss war, ein Eisstadion Bern oder Hallenstdion Zürich
bis in die obersten Reihen füllte.
idea: Du warst und bist ein starker Leiter. Chef sein an allen Orten,
macht das nicht einsam?
Zopfi: Nebst machen Freunden, die ich sehr schätze, hat mir Gott immer
einen, zwei besonders Nahestehende geschenkt – und vor allem meine
Frau Sylvia, die mir mehr Verständnis entgegenbringt als es sonst
jemand tun kann. Und wenn man einmal meint, jetzt sei man ganz allein,
ist immer noch einer da, und das ist Jesus.
idea: Wer klar spricht, wie du es ja oft tust, der wird auch
kritisiert. Wie gehst du damit um?
Zopfi: Ich suche den Kampf nie. Oft gehe ich in eine Sitzung und nehme
mir vor: heute sagst du nichts. Dann kann ich das ein Weilchen
durchhalten und dann "lupft’s mir dä Huet". Plötzlich habe
ich den Eindruck, das müsse jetzt gesagt sein. Wenn dann ein bisschen
Funken sprühen, ist mir das nicht unlieb. Natürlich bekomme ich dann
mal aufs Dach. Das kann ich wegstecken.
© idea schweiz, 11.9.2002
Jakob Zopfi wird 70: Eine Würdigung
Jakob Zopfi zu "würdigen", fällt nicht
schwer. Wer sich so exponiert wie er, bietet breite Angriffsflächen.
Der Name Zopfi ist für mich untrennbar verknüpft mit der legendären
SAFE, der Konferenz für Evangelisation und dem Christustag. Er war ein
unermüdlicher Brückenbauer und hat zum Abbau von Feindbildern zwischen
"Pfingstlern" und traditionellen Evangelikalen in der Schweiz
entscheidend beigetragen.
Der Pionier
Ich lernte Jakob Zopfi Anfang der 70er-Jahre am Europäischen Kongress für
Evangelisation in Amsterdam kennen. Die 30 Teilnehmer aus der Schweiz
waren sich einig: Die Schweiz muss gemeinsam evangelisiert werden.
Konkretes Ergebnis war die Gründung der Schweizerischen
Arbeitsgemeinschaft für Evangelisation (SAFE) am 8. März 1972. Dass
Jakob Zopfi als Vertreter der Pfingstbewegung zum Sekretär einer
evangelikalen Organisation gewählt wurde, war damals eine kleine
Sensation.
Der Vermittler
Wenige Monate später trafen sich Pfingstler und Antipfingstler in Aarau
zum Versuch, das theologische Kriegsbeil zu begraben, das seit
Jahrzehnten beide Seiten blockiert hatte. Jakob Zopfi wusste sich kräftig
zur Wehr zu setzen, blieb aber trotz scharfem Geschütz seiner
"Gegner" ein fairer Gesprächspartner, mit dem man offen die
Klingen kreuzen konnte. Mit diesen Gesprächen war der Durchbruch
geschafft, zumindest auf der Ebene der Leiter. Einige Jahre später
wurde Jakob Zopfi sogar in den Zentralvorstand der Schweizerischen
Evangelischen Allianz (SEA) gewählt – ein deutliches Zeichen für die
Klimaverbesserung in unserem Land.
Der Journalist
Eine Folge der SAFE-Gründung war ein Informationsblatt, das regelmässig
und kompetent aus dem Raum der Freikirchen berichten sollte. Am 15.
Februar 1974 erschien die erste Ausgabe der "SAFE-Nachrichten",
der Vorläufer von idea-Schweiz. Als Leiter der SAFE-Arbeitsgruppe
"Medien" kämpfte Jakob Zopfi für eine stärkere Medienpräsenz
der Freikirchen. Höhepunkt dieser Bemühungen war die erfolgreiche
Unterschriftenaktion "Mehr Wort Gottes am Radio und Fernsehen"
1982/83. Dass heute SF DRS jedes Wochenende eine "Sendung von
Christen aus der Evangelischen Allianz und den Freikirchen"
ausstrahlt, ist nicht zuletzt auch sein Verdienst.
Nicht überall stiessen seine Bemühungen auf Sympathie. Jakob Zopfi
konnte kantig sein, angriffig, unbequem beharrlich. Im Streit mit idea
zum Beispiel, als es um die (frei)kirchliche Ausrichtung des Blattes
ging, oder bei einer allzu einseitigen Berichterstattung über die
Pfingstgemeinden. Geseufzt hat manch einer über ihn. Aber auch in
harten Auseinandersetzungen blieb er offen und brüderlich.
Der Visionär
Diese Einschätzung wäre ohne den Weltkongress für Evangelisation in
Lausanne 1964 unvollständig. Die Folge dieses Kongresses war eine neue
Verpflichtung zur Evangelisation. Jakob Zopfi machte damals den
Vorschlag, das Lausanner Motto auf unser Land anzupassen: "Der
ganzen Schweiz – das ganze Evangelium – durch die ganze
Gemeinde". Als Folge von "Lausanne" wurde die
"Evangelistenkonferenz" zur "Konferenz für
Evangelisation", ein wichtiger Katalysator bei der Durchdringung
der Schweiz mit dem Evangelium.
Zahlenmässiger Höhepunkt seines Wirkens waren die drei Christustage
1980, 84 und 88 im Berner Eisstadion. Jakob Zopfi hat sie massgebend
mitgeprägt: Die dreifache Zielsetzung dieser Grossanlässe hört sich
wie eine programmatische Überschrift für das Leben von Jakob Zopfi an:
Versöhnung – Zeugnis – Verpflichtung. So behalte ich Jakob Zopfi in
Erinnerung, dankbar für seine Begleitung durch die Jahre – in der
Vorfreude auf weitere Begegnungen am Ziel unserer Reise.
Karl Albietz
Albietz ist ehemaliger Direktor der Pilgermission St. Chrischona und
langjähriger Mitstreiter Zopfis in Gremien von Allianz und Freikirchen.
© idea schweiz, 4.9.2002
"Mister Wort+Geist" geht...
Ein starker Motor für eine ganze
Generation
Dreißig Jahre hat er als leitender
Redakteur Entwicklung, Inhalt und Image von "WORT + GEIST"
geprägt. Das Redaktionsteam aus sieben Bewegungen der deutschsprachigen
Länder Schweiz, Österreich und Deutschland geleitet und damit
"WORT + GEIST" zum Organ und Sprachrohr der Pfingstbewegungen
dieser Länder gemacht.
Zunächst dachte ich an "Wilhelm Tell".
Das ist zwar auch charakteristisch - der treffsichere Schuss - doch zu
einseitig, zu stark belegt und zu sehr von außen - von Deutschland
gesehen. Da ist "Mister Wort und Geist" schon besser. Gewiss,
es ist eine Anlehnung an "Mister Pentecost" - Kennzeichnung
von David du Plessis - doch im Hinblick auf die Geschichte, Prägung und
Wirkung unserer Zeitschrift "WORT und GEIST" gerechtfertigt.

Die Rede ist von Jakob Zopfi. Dreißig Jahre hat er als leitender Redakteur Entwicklung, Inhalt und Image von "WORT und GEIST" geprägt.
Das Redaktionsteam aus sieben Bewegungen der
deutschsprachigen Länder Schweiz, Österreich und Deutschland geleitet
und damit "WORT und GEIST" zum Organ und Sprachrohr der
Pfingstbewegungen dieser Länder gemacht.
Nach Vorgesprächen wurden ab Mitte 1972 die
Zeitschriften WORT und GEIST der SPM, LEUCHTER der ACD - jetzt BFP - und
URCHRISTLICHE BOTSCHAFT der Apostolischen Kirche Urchristliche Mission
zur gemeinsamen Zeitschrift WORT und GEIST zusammengeführt. Später
kamen die Urchristliche Mission in der Schweiz, die Freien
Christengemeinden der Schweiz, die Volksmission entschiedener Christen
in Deutschland und die Freien Christengemeinden in Österreich dazu. Ein
starker Motor war Jakob Zopfi, der das Projekt entscheidend
vorangebracht hatte.

In seinem ersten Leitartikel verdeutlichte er die
Eckpunkte von WORT und GEIST: Einheit, Erweckung, Evangelisation und
Gemeinde. Dafür schlug und schlägt sein Herz. Engagiert, kompetent,
mit spitzer Feder - die er aber niemals ins falsche Tintenfass tauchte -
setzte er als Journalist mit Leib und Seele Zeichen. Sein Eifer und
Vorbild spornte an. Seine kompetenten Kritiken in den
Redaktionskonferenzen zielten immer auf mehr Qualität, Fortschritt und
Wirkung.
So war und ist Jakob Zopfi in vieler Hinsicht
"Mister WORT und GEIST". Dabei stand er gleichzeitig in vielen
Führungsaufgaben in der Heimstätte in Emmetten, in Leitung der SPM, in
der Pfingst Europa Konferenz und in der Welt Pfingst Konferenz. Daneben
in vielen Gremien nationaler und internationaler Zusammenarbeit mit
Evangelikalen und Kirchen. Das gab ihm einen weiten Horizont, schäfte
seinen zeitkritischen Blick und prägte sein unverkennbares und
unverwechselbares Profil.

Jakob Zopfi hat eine Generation lang WORT und
GEIST geleitet und geprägt. Auch uns in der Redaktion. Dafür danken
wir ihm. Nun folgt die Stabübergabe. Gemäß Absprache der
Bewegungsleitungen, die WORT und GEIST herausgeben, wechselt die
Redaktionsleitung nach Deutschland. Neuer verantwortlicher Redakteur ist
Christian Häring. Das Redaktionsteam bleibt zunächst unverändert,
wird aber in absehbarer Zeit durch fähige Männer und Frauen der nächsten
Generation ergänzt.
(R. Krüger, 2002)
Ein besonderer
Jubilar: Zum 70. Geburtstag von Jakob Zopfi
Von Max Schläpfer, Präsident SPM 
Meine erste Begegnung mit Jakob Zopfi war im Rahmen eines
Gottesdienstes der Zeltevangelisation SPM. Seine markante Predigt
und die klare Darlegung des Evangeliums trugen massgeblich dazu bei,
dass ich mich ein halbes Jahr später zu Jesus Christus bekehrte.
Seither sind über 30 Jahre vergangen und nun fällt mir die
ehrenvolle Aufgabe zu, aus Anlass seines 70. Geburtstags eine kurze
Würdigung seiner langen Dienstjahre vorzunehmen.
Jakobs Wurzeln
Jakob Zopfi war gerade 3 Jahre alt, als seine Familie von
Schwanden/GL nach Kreuzlingen/TG umzog.
Im Verlauf seiner Kinder-
und Jugendjahre genoss er das Leben am See, entdeckte die
Faszination des Fischens und liebte das Schwimmen. In Jakobs Familie
hatte die Musik einen grossen Stellenwert und Jakob konnte seine
helle, klare Stimme, die er später als Erwachsener im
Konservatorium Konstanz ausbilden liess, sowie seine musikalischen Fähigkeiten
entwickeln. Unfreiwillig wurde er einmal zum "Revolverhelden",
als er den geladenen Revolver seines Vaters fand, aus dem sich ein
Schuss löste und ihn streifte. Um ein Haar hätte er dabei sein
Leben verloren.
Bekehrung, Berufung, Dienst
Als sich seine Eltern
beide bekehrten, begannen auch Jakob und seine Schwester die
Pfingstgemeinde in Kreuzlingen zu besuchen. Bald vertraute er sein
Leben Jesus Christus an und liess sich mit 16 Jahren taufen. Schon
bald blitzte seine evangelistische Gabe auf, als er mit der
Jugendgruppe durch die umliegenden Dörfer zog und Traktate
verteilte, um auf diese Art und Weise die rettende Botschaft
weiterzugeben.
Nach dem erfolgreichen Abschluss einer kaufmännischen Lehre arbeitete er mehrere Jahre in seinem angestammten
Beruf und engagierte sich daneben in verschiedenen Arbeitszweigen
der Gemeinde wie Saalreinigung, Sonntagschullehrer, Jugendleiter,
Organist, Chorleiter, Protokollführer, bevor er das ELIM Bible
College in London besuchte, von welchem er 1959 graduierte.
Zwei
Jahre später trat er in den vollzeitlichen Dienst als
Predigerpraktikant in der Pfingstmission Basel bei Leonhard Steiner
ein, startete 1963 seine erste Zeltevangelisation in Liestal und
wurde 1964 als Pastor der SPM ordiniert. Auch nach der Heirat mit
Sylvia Jordi zogen er und seine Frau mit grossem Eifer und Feuer während
den Sommermonaten mit Wohnwagen und Evangelisationszelt durch die
Schweiz und unterstützten damit erfolgreich die Gemeinden in
ihren evangelistischen Aktivitäten.
1965 zügelte die Familie
Zopfi nach Gunten und Jakob übernahm verschiedene Aufgaben und
Dienste wie Lehrauftrag an der Bibelschule, Redaktor der
Zeitschrift "Wort und Geist", Sekretär der SPM, Präsident
der Pfingst-Europa-Konferenz, Mitglied des Vorstandes der
Schweizerischen Evangelischen Allianz.
Als 1972 die Heimstätte SPM
in Emmetten eröffnet wurde, übernahmen Jakob und Sylvia Zopfi
die Leitung des Hotels und dienten während 30 Jahren in der
Direktion dieses Hauses, dessen Entwicklung sie entscheidend mitgeprägt
haben.
Während 24 Jahren, von 1973 bis zu seiner Pensionierung 1997
bekleidete Jakob Zopfi auch das Amt des Präsidenten der SPM.
Jakob
Zopfi arbeitete unermüdlich
nicht nur in verschiedenen Gremien und Arbeitszweigen wie
Pentecostal World Conference, Pentecostal European Fellowship, in
der Radioarbeit und in Verbandsaufgaben der Schweizerischen
Evangelischen Allianz und des Verbandes Evangelischer Freikirchen
und Gemeinden in der Schweiz, sondern widmete sich auch
publizistischen Aufgaben.
Er war Editor der Zeitschrift "World
Pentecost Magazine",
Chefredaktor von "Wort
und Geist" und
verfasste die apologetische Schrift "Schwarmgeist",
mit welcher er für die
Anerkennung des pfingstlichen Zeugnisses kämpfte.
Redaktor und Buchautor Mit dem Buch "Prophetie und Endzeit"
setzte er sich für eine gesunde eschatologische Ausrichtung der
Gemeinden ein und seine Studie der Geschichte der Pfingstgemeinden
wurde unter dem Titel "Auf alles Fleisch" veröffentlicht,
womit Jakob Zopfi auch ein Gespür für die historische
Dimension der Pfingstbewegung zeigte.
Seine vielseitige Arbeit wurde
von internationalen Leitern wie Dr. David Yonggi Cho, Ray H. Hughes,
James M. MacKnight und David Wang gewürdigt. Auch der "International
Dictionary of Pentecostal and Charismatic Movements" widmet dem
Leben und Dienst von Jakob Zopfi in Anerkennung seiner Dienste einen
Eintrag.
Im Juni 2001 musste Jakob Zopfi am offenen Herzen operiert
werden, durfte sich aber trotz einiger unerwarteter Schwierigkeiten
davon sehr gut erholen und konnte die geistlichen Leitung der Heimstätte
SPM/Hotel Seeblick in Emmetten im Sommer dieses Jahres an Ruedi und
Elfi Mösch übergeben.
Mit dem Umzug nach Kreuzlingen beginnt für
Jakob ein neuer Lebensabschnitt in dem er vermehrt Zeit haben wird,
sich seiner grossen Leidenschaft, dem Schreiben, zu widmen. Als
Publikationsplattform hat er eine eigene Webseite eingerichtet (www.jakob-zopfi.ch),
ein Klick darauf lohnt sich.
Wir wünschen Jakob und Sylvia
Zopfi Gottes Segen für ihre Zukunft!
Max SchläpferPräsident
SPM
Kontakt
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