WORT ZUM TAG

    
 


Jahreslos 2004
IMMANUEL - GOTT MIT UNS

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende
Matthäus 28,20

Ein wunderbar trostreiches Wort! Wie sagt doch Carl Loewes Ballade: "In meinen Leiden und Freuden, im Sturm und in der Ruh..." Und jetzt Jesu Zusicherung: "Da bin ich bei euch, alle Tage!"
Bis das Wörtlein "Und..." wie eine spitze Nadel in diese pauschale Seifenblase sticht. Die Konjunktion "Und.." verbindet die wunderbare Verheissung mit dem herausfordernden Missionsbefehl, setzt diesenquasi als Bedingung voraus:
DER BEFEHL
Geht hin...
Also nicht zuerst "Komm her, lass dich segnen, trösten. Du singst ja: 'Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da.'" O ja. Immanuel  -Gott mit uns- macht den ganzen Unterschied des Evangeliums zu allen heidnischen Religionen aus. Hier aber steht zuerst der grandiose Befehl: "Geht hin zu allen Völkern!" Was zwar beim Animisten im afrikanischen Busch oder beim Hindu in Hinterindien aufhören mag, nicht aber beginnt. Beginnen tut das mit dem Nächsten, dem Nachbarn im Garten, dem Briefträger unter der Tür, dem Arbeitskamerad am Hobelbank, dem Freund, dem man ein Brieflein schreibt.
...macht zu Jüngern...
Jünger heisst Nachfolger. Alle folgen nach. Irgendwem. Viele den Mode-, Ernährungs-, Religions - schlicht Zeitgeistgurus. Jesus sagt nie: "Werde Christ, reformiert, katholisch..." Sondern: "Folge mir!" Werde Jünger. Das ist das Erste. Später hören wir andere Bezeichnungen: Christen, Söhne Gottes, Gläubige -auch Kleingläubige-,  Diener, Heilige, Priester, Könige. In allem geht Jesus voran - und wir sind gerufen zu Jüngern des Wegs.
...indem ihr sie taufet...
Kein Jedermanns-Glaube, kein Jedermannschristentum. Gerade jetzt kann man Titel im Brückenbauer lesen wie: "Gott ist cool. Drei Viertel der Jugendlichen glauben an Gott. Jesus ist ein Hip-Hopper". Man kann dabei auch weiter fluchen und rappen. Die Taufe aber ist radikal. Da scheidet das helle Licht des Evangeliums die Finsternis. Ins Wassergrab getauft bezeugt der Täufling das Sterben am Bisher und den Neuanfang der Lebensgemeinschaft mit Jesus. Das ist der Hammer!
...und sie zu halten lehrt, was ich befohlen habe.
Jüngerschaft bedeutet auch Lernen. Gottes Befehle sind sonnenklar. Bekehrung, Wiedergeburt, Taufe, Geistestaufe, Gemeinde, Dienst. Welch ein Privileg, dem Herrn aller Herren dienen zu dürfen!
DER WIDERSPRUCH
Dazu ruft die Welt nicht Hurra. Jesus sagt: "Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe." Die Jünger Jesu spüren bald, dass die Zähne, mit denen die Gegner knirschen, Wolfszähne sind. Als erster wird Jakobus unter Herodes enthauptet. Dann bezeugt Stephanus machtvoll das Evangelium - und wird gesteinigt. Petrus evangelisiert Kleinasien, und wird unter Nero gekreuzigt. Matthäus eilt bis nach Äthiopien, und wird auf den Boden genagelt und verbrannt. Und heute? Am Gebetstag für Verfolgte gedachte man der 167 000 Christen, die in einem Jahr umgebracht wurden - in Nigeria, China, Indonesien, die Liste ist lang. Es muss nicht Blut fliessen. Aber es ist der Normalfall, dass Jüngern und ihrer Botschaft nicht zugejubelt wird.
DER SEGEN
Aber welch ein Segen! Den verängstigten Jüngern begegnet Jesus mit der mächtigen Botschaft: "Friede sei mit euch!" Getauft mit Feuer und Geist betteln sie nicht um Bewahrung vor Leiden, sondern erbeten evangelistischen Feuerbrand: "Strecke deine Hand aus, dass Heillungen, Zeichen und Wunder geschehen! Gib deinen Knechten, mit aller Freimut zu reden dein Wort!" Da erbebt die Stätte. Und: "Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden."
Und so gilt der Fanfarenstoss Jesu: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!"




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