EIN WORT ZUM TAG




Der neue Mensch

Ist jemand in Christus, so ist er ein neues Geschöpf. 2. Kor. 5,17
Ihr müsst von neuem geboren werden. Joh. 3,7

Ein Riss geht durch die Schöpfung, verursacht durch die Sünde und ihre Folgen, geschildert schon auf den ersten Seiten der Bibel. Und von der Ur- bis in die Neuzeit ist er gesucht: Der neue Mensch.

Der weisse Mensch
Gewaltige Gedankenarbeit der Philosophen gilt der Zielprojektion neuer Mensch. Man denke an Friedrich Nietzsche. Als furchtbarer Gotteslästerer ekelt ihn der Mensch – Pöbel-Mischmasch, Heilige, Halunken, Junker, Juden – und wähnt er vom Entwurf einer neuen Art zu leben, gebiert den neuen weltlichen Heiligen, den Übermenschen, Helden, Überhelden: «Immer mehr, immer Bessere eurer Art sollen zu Grunde gehn – so allein wächst der Mensch in die Höhe.» Nietzsche selbst versank in der Nacht des Wahnsinns. Seine Philosophie inspirierte andere.

Der braune Mensch
Die Hitlers, Himmlers und Rosenbergs hatten sich vorgenommen, eine neue Ordnung zu schaffen, den dunklen Typ innerhalb von hundert Jahren aus dem deutschen Volksbestand herauszuzüchten. Arier, blonde Frauen sollten rassisch einwandfreie Kinder zu einer germanischen Herrenrasse emporproduzieren. Die Folge, die Vernichtung von 6 Mio. Juden und ein Weltkrieg mit 60 Mio. Toten.

Der rote Mensch
40 Bände umfasst die Gedankenflut von Karl Marx und Friedrich Engels, nichts anderes als eine säkularisierte Heilslehre auf der Suche nach einer neuen, zwangsfreien und menschenwürdigen Gesellschaft. Als Inkarnation des Terrors setzten Wladimir Iljitsch Lenin und Josef Stalin, der Stählerne, die Wahnideen in die Praxis um. Statt ein Reich der Freiheit wurde es zum «Rückfall in die Barbarei», indem per Bombe, Messer und immer wieder Erschiessen und Erhängen die Erde von allen schädlichen Insekten, von Flöhen und Wanzen gereinigt werden sollte. Die roten Reiche brachen zusammen, zurück blieben Völker am Rand des Bankrottes, eine grauenvoll verseuchte Umwelt, zehntausende zerstörter Kirchen und Kulturstätten und hundert Millionen Tote.

In China träumte Mao vom neuen Menschen, der gleichzeitig arbeitet und verwaltet, kämpft und studiert. Es sollte ein GROSSER SPRUNG NACH VORN werden – in Tat und Wahrheit ein Chaos mit Riesenausmass und Millionen vertilgter Bakterien und Mikroben, wie ungefügige und schwache Bürger bezeichnet wurden.

Der grüne Mensch
In seinem Bericht 1991 sucht der Club of Rome den Weg in ein neues Zeitalter. Mit Recht erkennt er, dass uns unser genetisches Erbe verfolge, d.h. Gier, Eitelkeit, Wut, Angst und Hass. Nötig sei eine neue Ethik der Natur, eine neue Ethik des Lebens, eine neue Ethik des Geldes, eine neue Ethik des Bildes (Fernsehen). Noch seien wir reich an Wissen, aber arm an Weisheit. Diese wäre nur durch die innere Entwicklung des Individuums zu erreichen. Jede verlorene Minute, jede aufgeschobene Entscheidung bedeute Zerstörung, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könne.

Der bronzene Mensch
Vom riesigen, religiösen Religionsmischmasch Asiens kennt der Normalverbraucher Begriffe wie Wiedergeburt, Seelenwanderung. Das Ziel ist eine bessere Wiederverkörperung durch gute Taten. Wer gut handelt, wird als höherer Mensch, wer unwürdig handelt, als Hund, Schwein oder unreiner Auswürfling wiedergeboren – lehrt eine typische Upanishad. Mal ganz abgesehen von den hunderten von Millionen Göttern, von Karma und Nirwana – trotz aller ungeheuerlicher Anstrengungen (Yoga!): der neue Mensch ist nirgends zu sehen.

Der violette Mensch
In seinem persönlichen Zeugnis sagte ein lutherischer Geistlicher kürzlich, er wäre drei Wochen nach der Geburt durch die Taufe Christ geworden. Oder eines von vielen Zitaten: «Die Taufe ist nichts anderes als die Einsenkung, Einpfropfung der wilden Rebe in den edlen himmlischen Wein stock, damit sie durch das innere Zusammenwachsen mit Ihm eine Rebe an Ihm, eine Pflanze der Gerechtigkeit werde.» So werden ganze Völker christianisiert, von denen 80 % zum vornherein nur nominell Christen sind, und zur Zeit in Europa jährlich 1,5 Mio. aus den Kirchen austreten. Kein Sakrament an sich macht den neuen Menschen. Was bleibt, sind nebst einem kleinen Kern von echten Nachfolgern Jesu, Massen von gottlosen, anständigen Bürgern, oder auch christianisierte Diebe, Ehebrecher und Flucher.

Der Regenbogen-Mensch
New Age hat das gleiche Ziel. New heisst neu und meint neues Denken, vom Fisch zum Wassermann ein neues Zeitalter. Alle Wissenschaften sollen dazu beitragen: Ganzheitliche Medizin, Biologie als Evolution, die Physik als Beweis der Wandlung der Materie, Astrologie, magische Praktiken in Menge etc. Der so gewonnene neue Mensch soll den neuen Staat, die neue Erde schaffen. Auch New Age – in Tat und Wahrheit Uralt-Age – fällt unter das Verdikt des Wortes Gottes: «Vernichten werde ich die Weisheit (wörtlich: Philosophie) der Weisen, und die Einsicht der Einsichtigen werde ich verwerfen.»1 Vom neuen Menschen keine Spur.

Der gläserne Mensch
Reagenzgläser, Gen-Manipulation, aufwärts soll's auch so gehen: Auf Samenbanken werden Millionen Spermien von Top-Modellen gehortet: Nobel-Preisträger, Genies, Goldmedaillen-Sportler, von Schönen, Gesunden, Starken und Grossen mit überdurchschnittlichem IQ. 156 Super-Babies sind in Kalifornien bereits am Aufstreben. Aufwärts? Wenn nicht, geht's auch bescheidener: soll wenigstens die rückläufige Evolution zum homo coca-colens gestoppt werden!

Der wiedergeborene Mensch
Der neue Mensch ist eines der Hauptziele im Heilsplan Gottes. Hier geht es ums Totale. Es gibt nur den einen Weg zu diesem Ziel – aber den gibt es: «Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.»2

1. Jesus, der Kreator. Was hat es Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist gekostet, diesen Weg freizumachen! Jesus sagt: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich!»

2. Wasser, das Mittel. Es geht nie ohne das «Wasserbad des Wortes.»3 Niemals reicht eine bloss christliche Parfümierung. Das Wasser der tiefen Busse ist angesprochen, der Beginn des Glaubensgehorsams in der Taufe: «In der Arche wurden wenige durchs Wasser hindurch gerettet, das jetzt im Gegenbild auch euch rettet: die Taufe.»4

3. Der Heilige Geist als Erneuerer. Man sehe doch: Von den allerersten Zeilen der Bibel bis zu ihrem allerletzten Ausklang der Offenbarung läuft nichts ohne den Heiligen Geist. Es gibt keinen neuen Menschen ohne den Durchbruch der Kraft des Heiligen Geistes. Im völligen Einklang mit dieser fundamentalen biblischen Wahrheit bezeugen heute Millionen lebender Menschen, dass durch dieses wunderbare Wirken des Heiligen Geistes Leben und Existenz neu geworden ist. «Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur» – ein neuer Mensch. Und dieser neue Mensch allein ist Voraussetzung zum verheissenen neuen Himmel und der neuen Erde. Während Menschen, Diktatoren und Philosophen aller Couleurs blutig scheitern, ist auf den Ewigen absoluten Verlass:

«Der auf dem Throne sitzt spricht: Siehe, ich mache alles neu. Schreibe: denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus dem Quell des Wassers des Lebens geben umsonst. Wer überwindet, wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.»5

1) 1. Kor. 1,19; 2) Joh. 3,5; 3) Eph. 5,26; 4) 1. Petr. 3,21; 5) Offenb. 21,5-7.

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