EIN WORT ZUM TAG




Jahreslos 2002

 

GOTT SAMMELT SEIN VOLK

"Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."  
(Jeremia 31,3)
Das Thema dieses Jeremia-Kapitels ist die Sammlung des Volkes Gottes nach der Zerstreuung.

 

1. Die Sammlung Israels
Die Jeremia-Aussage richtet sich in direkter Rede -Ichform- als Wort des Herrn zuerst an Israel. Dreimal wurde Israel aufgrund seines Abfalls von Gott aus seinem ihm zugewiesenen Land Kanaan vertrieben. Dreimal wurde es von Gott aus der Fremde zurückgeführt und gesammelt.

Die erste Zerstreuung war die 400jährige Gefangenschaft in Ägypten. Wie Gott das Volk unter der Führerschaft Mose mit Brachialgewalt aus der Zwingherrschaft ägyptischer Pharaonen herausführte und durch Josua in das Land Kanaan sammelte, lesen wir in den biblischen Berichten, vor allem im 2. Buch Mose (Exodus!) und Josua.

Die zweite Zerstreuung geschah in der 70jährigen assyrisch/babylonischen Gefangenschaft, nachdem die Könige Israels und Judas das Volk 400 Jahre von Gott abtrünnig gemacht hatten. Genau nach 70 Jahren -wie die 400 Jahre Ägyptens präzise prophezeit- geschah die zweite Sammlung unter Mitwirkung von Männern wie  Daniel,  Esra,  Nehemia,   Serubabel und Jeremia.

Die dritte Zerstreuung geschah nach der Zerschlagung Jerusalems und des Tempels durch den römischen Feldherrn Titus 70 Jahre n.Chr., gemäss Jesu Prophetie: "Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen! Und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden!"1  Die Sammlung begann mit dem ersten Zionistenkongress 1896 in Basel -Theodor Herzl: Der Judenstaat!-, und mit der Proklamierung der Wiedererrichtung des Staates Israel durch David Ben Gurion in Tel Aviv in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1948.

Was für uns heisst: Israel ist zur Zeit heilsgeschichtlich zur Seite gestellt, bleibt aber das von Gott in besonderer Weise erwählte Volk. Es versucht, z.Zt. unter Ariel Sharon, sich mit menschlichen Mittteln zu behaupten. Es sind -wieder einmal- schwarze Wolken aufgezogen. Es ist nicht an uns, die heutigen menschlichen Mittel Israels zu beurteilen. Aber unser Herz schlägt mit diesem Volk, dessen Erwählung und Sammlung unwiderruflich ist.

2. Die Sammlung der NT-Gemeinde
Die Zerstreuung der Nationen begann schon beim Turmbau zu Babel. Und doch sammelt Gott ein Volk aus den Nationen, eine unzählbare Schar. Leben und Dienst Jesu auf dieser Erde konzentrieren sich nach seinem Tod und seiner Auferstehung im Missionsbefehl: "Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller


Kreatur!"2  "Darum geht hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!"3
Heute zählt das Volk Gottes hunderte von Millionen Gläubige - und das Evangelium wird verbreitet wie noch nie zuvor. Zwei herausragende Beispiele: Dr. David Cho von der Yoido Full Gospel Church Seoul predigte im vergangenen Jahr 450'000 Zuhörern; 25'000 von ihnen bekehrten sich zu Jesus Christus. Reinhard Bonnke sagt in seinem Neujahrsgruss für 2002: "Wir haben uns das Ziel gesteckt, im vor uns liegenden Jahr in unseren Evangelisationen zwischen 10 - 12 Millionen Seelen für Jesus zu gewinnen. Es ist durchaus möglich, allein im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts 100 Millionen Menschen zu Jesus zu führen. 'Du wirst die Hölle plündern, um den Himmel zu bevölkern', sprach der Heilige Geist zu mir. Wir werden pausenlos voranpreschen: 'Nach der mühevollen Arbeit seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen' ."4

Was für uns heisst:
Wir werden uns mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und allen unseren Kräften in diese Sammlung einspannen lassen.

3. Die Sammlung in der Entrückung
Noch wird die Gemeinde Jesu als Leib Christi gesammelt - und ist doch im Himmel und über den ganzen Globus zerstreut. Das wird in einem Augenblick anders werden: Wenn Jesus

seine Gemeinde in der Entrückung sammelt. Die folgenden drei Begriffe werden dafür verwendet - mit je einer der vielen Bibelstellen:
- die Epiphanie (Erscheinung): "Ich gebiete dir, dass du das Gebot untadelig haltest bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren." 1.Tim. 6,15
- die Apokalypse (Offenbarung, Enthüllung): "... und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus". 1.Kor. 1,7
- Die Parusie (Ankunft- am meisten gebraucht): "... die wir leben bis zur Ankunft des Herrn. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel... Danach werden wir entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen." 1.Thess. 4,15-18

Was für uns heisst: Naherwartung der Entrückung in völliger Bereitschaft.

4. Wie dies geschieht
1. Es  ist Gott, der es so will. Wenn Er sagt: "Ich will!" kann Ihn nichts und niemand an Seinem Plan hindern. So sammelt er sein Volk als "grosse Gemeinde, als Haupt unter den Völkern."
vs 1.7
2. Das Motiv ist Liebe: "Ich habe dich je und je geliebt (mit ewiger Liebe), darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." vs 3
3. Trauer der Busse - Freude des Heils: "Sie werden weinend kommen", aber auch getröstet, geleitet, mit Schmuck, mit Jubel, Freude und

Pauken, mit Tanz zum Ruhme Gottes. vs 7,9
4. Heimruf: Die Wächter rufen: Wohlauf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum Herrn, unserem Gott"! vs 6
5. Segen: Weinberge, Früchte, Wasserbäche, ebene Wege vs 5;9. Das bedeutet vorerst materiellen Segen für Israel, und es bedeutet "jede geistliche Segnung aus der Himmelswelt"5  für die Gemeinde.

Eine letzte Sammlung. Sie ist nicht mehr Sammlung zum Heil, sondern Sammlung zum Zorn. Es ist das Weltgericht vor dem "grossen weissen Thron". Wer sich dem Ruf zum Heil entzieht, wird dem Ruf zum Zorn nicht entgehen. Feierlich wird gesagt: "Die Toten, die Grossen und die Kleinen sind gerufen. Das Meer gibt die Toten, der Tod und der Hades geben die Toten" - ein jeder wird gerichtet. 6 Noch aber gilt der Ruf: "Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!" 7. Wohl allen, die sich jetzt sammeln lassen!
                    Jakob Zopfi


1) Matth. 23,37/38
2) Mk. 16
3) Mt. 28
4) Jes. 53,11
5) Eph. 1,3
6) Offenb. 20,11-15
7) 2. Kor. 6,2

 

 

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