EIN WORT ZUM TAG




Der Mord von Erfurt - wer ist da schuld ?


Am 26. April,
kurz vor 11 Uhr, betritt der Ex-Schüler Robert S. das altehrwürdige Gutenberg-Gymnasium, vermummt sich in der Schultoilette und beginnt, vom Erdgeschoss bis zum dritten Stock Lehrer, Lehrerinnen, Schüler und einen Polizisten zu erschiessen. Es werden 16 Tote. Zuletzt liegt er selbst in seinem Blut, mit zertrümmertem Kiefer, die Tatwaffen Pistole und Pumpgun zwischen den Beinen.


Aus der schweigenden Masse der 100 000 Trauernden wird ein hochgehobenes Plakat sichtbar: WARUM? Bei allem Schweigen und Herumtasten: Es muss doch eindeutige Antworten geben. Merkwürdig, wie schnell rundum entschuldigt wird. Psychologen: "In der Hilflosigkeit der Eltern liegt keine Schuld." Der nationale Runde Tisch vermeidet es, den Medien auf die Zehen zu treten, die auf Einwände ohnehin nur Spott übrig haben. Es sprechen Politiker noch von Schuld - bei den andern, schliesslich ist Wahlkampf. Die biblische Diagnose spricht allerdings von Schuld in grossem Ernst.


Das falsche Menschenbild
In seinem Buch Niemals verzweifeln - 60 Jahre für das jüdische Volk und die Menschenrechte sieht Gerhard M. Riegner in einem Gespräch mit dem damaligen Generalsekretär des Weltkirchenrates noch im Schweigen über den Holocaust das Gute im Menschen. Er sei zu gut, um glauben zu können, dass der Mensch fähig sei, Millionen systematisch zu töten. Der Lutheraner Willen A. Wiesert-Hoft weiss es anders: "Nein, nein, der Mensch ist nicht gut!" Goethe glaubte noch, "edel sei der Mensch, hilfreich und gut", während Schiller ahnte: "Gefährlich ist's den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn; Jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn." Paulus sagt: "Ich weiss, dass in mir nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Das Böse, das ich nicht will, das tue ich..."  1


Die persönliche Schuld
War Robert S. ein Psychopath, ein Monster - oder nur ein Klassenclown, kein Stück agressiv, wie Bekannte ihn schildern? Die Bibel macht es klar: Der Mensch ist Täter, nicht Opfer. Eva und Adam lebten nicht in einer korrupten, sondern  in der paradiesischenn Umwelt - und wählten die Schlange. Luzifer, einst "schirmender Cherub", lebte in der besten aller Welten, und wurde zu einer Bestie. Robert S. musste sich durchaus nicht Heavy Metal und Gewaltvideos bis hin zu den Teufelsanbetern Luzifer mit ihrem "Chief Rebel Angel" öffnen. Das ist Schuld. So lautet dies schon auf Seite 8 der Bibel: "Der HErr sah, dass der Menschen Bosheit gross war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar." 2


Die Schuld der Eltern
Der Vater sagt: "Wir haben versagt, natürlich haben wir versagt." Und als Eltern fragen sie: "Was nur haben wir falsch gemacht? Sie haben vor allem gegenüber dem göttlichen Gebot an die Eltern versagt: "Du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Diese Worte, die ich dir gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst."  3  An diesem Punkt teilen sie die Schuld einer Generation.


Die Schuld der Gesellschaft
Am 11. März verstarb Marion Gräfin Dönhoff, die meistgelesene und einflussreichste politische Journalistin Deutschlands. Hat man mit ihr auch ihre Analysen begraben? Ein Zitat aus ihren Kommentaren: "Unsere westliche Gesellschaft ist zu einer Raffgesellschaft degeneriert. Woher die Bruatlisierung des Alltags? Das Zurschaustellen brutaler Gewalt, vermittelt durch Videos, und die Schrecken des Fernsehens, das fast nur noch über Verbrechen, Hunger, Kriege, Elend, Zerstörung und Tod berichtet, führt dazu, dass junge Menschen Gewalt für einen ganz normalen Bestandteil des Lebens halten. Wenn man in die Runde blickt, kommt einem das kalte Grausen an."
Zu dieser Schuld gehört auch diejenige der Erzieher. Der Rauswurf aus der Schule mag unbedacht gewesen sein. Die eigentliche Schuld ist eine ganz andere. Ist auch der gelebte Atheismus des Westens kaum harmloser, haben in Erfurt der während fünf Jahrzehnten gelehrte  Atheismus  der Moloche Marx und Engels eine Umwelt der Nordpolkälte geschaffen. Eine ungeheure Schuld!

Schuld rundum! Aber das ist in der Bibel nie das Letzte. Sie zeigt den einzigen Ausweg, und dies in zwei Hauptaussagen:
1. Es gibt keine Lösung der Schuld ausserhalb des Kreuzes von Golgatha. ."Er ist um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten."  4
2. Es gibt keine Lösung des sündigen Charakters ohne die Wiedergeburt. Ein Kanzelwort von Bischöfen  verkündete nach dem Massenmord: "Wir haben doch Gottes gute Gebote, die uns helfen wollen, die Frage nach dem rechten Mass von Freiheit und Ordnung zu lösen. "So göttlich diese Gebote sind, haben nicht die Jahrtausende gelehrt, dass der natürliche Mensch sie nicht halten kann? Sie sollen uns vielmehr einsichtig machen für die Botschaft Jesu: "Ihr müsst von neuem geboren werden!"  5


Der Bischof von Erfurt sagte: "Angesichts dieser Taten verstummen alle Worte." Die Bibel hat eine ganz andere Botschaft: "Land, Land, höre des HErrn Wort!"  6 Marion Dönhoff erkannte den ersten Teil eines Ausspruchs Jesu: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein..." Den zweiten Teil vergass sie:  "...sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."  7  Erfurt müsste es in unseren Landen gellen lassen: "Es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen - als der Name Jesu!"  8

1   Rö  7,18.19;  2   1. Mo 6,5;  3   5. Mo 6,4ff; 4   Jes. 53,5;  5   Joh. 3,7  -  auch WORT ZUM TAG: Der neue Mensch;   6 Jer 22,29 7 Matth. 4,4;  8  Apg. 4,12

 

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