EIN WORT ZUM TAG




Volk Gottes - gibt es soetwas?

Gott führte sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit Jubel! Ps. 105,43
Zuerst danke ich meinem Gott durch
Jesus Christus für euch alle!
Röm. 1,8

 

Ja, mit aller Gewissheit. Es gibt nichts Gewisseres als die Bibel, das Wort Gottes. Und da ist das Volk Gottes eines der Hauptthemen. Sie haben eben zwei von hunderten von Bibelversen gelesen, die das Volk Gottes betreffen.

Das Volk Gottes des Alten Testaments ist Israel. Sie haben es eben gelesen: Sein Volk, seine Auserwählten. Ob das den Nationen passt, der UNO, den Leuten in Bagdad oder Teheran, oder Washington: Wie sollte Gott nicht ein Volk als das Seinige auserwählen? Ungefragt wendet sich Gott an Abraham: «Ich will dich zu einem grossen Volk machen».1 David sagt später: «Wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um dessentwillen Gott hingegangen ist, es zu erlösen, dass es sein Volk sei. Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk für ewig.»2 Diesem seinem Volk hat er «das Land vom Bach Ägyptens bis an den grossen Euphratstrom» zugesprochen.3 Daran ändert nichts, wenn heute die israelische Regierung um eines ersehnten Friedens willen davon Land weggibt. Israel bleibt, mit seinem Land, der Augapfel Gottes, ein Volk, das Gott selbst mit Freuden aus Ägypten herausführte. Und mit dem er auch heute und in Zukunft Geschichte macht.

Für uns als Nationen geht es um etwas anderes, um das Volk Gotes des Neuen Testaments, auf das sich Römer 1,8 bezieht. Rom erlebte mit seinen einhunderttausend Einwohnern unter dem korrupten Kaiser Nero mit Brot und Spielen den sittlichen Absturz, wurde von der Hauptstadt der Christenheit und der Hochkultur zur Welthauptstadt der Prostitution und des Lasters. Aber mitten in Rom war eine grosse Schar, für die Paulus dankt und denen er die steilen, aber gewaltigen Sätze schreibt: «Ihr seid ausersehen, vorherbestimmt, berufen, gerecht gemacht!»4 Das ist das Volk Gottes des Neuen Testaments.

Ein herrliches Volk!

Ein herrliches Volk, weil es einen herrlichen Gott hat. Es gibt sie noch, zu Tausenden, zu Millionen, die Gott als herrlichen, majestätischen, barmherzigen und lebendigen Herrn erfahren haben und erfahren. Selbstgerechte, Gott gegenüber Gleichgültige, Betrüger, Ehebrecher, Ehebrecherinnen, die in der Christus-Begegnung zu neuen Menschen geworden sind. Mit einer neuen Gesinnung, einer neuen Hoffnung, einer neuen Lebensausrichtung, einer neuen Gewissheit im Blick auf die Ewigkeit. Die mit den Himmeln den Allmächtigen rühmen: «Du hast dein Volk erlöst mit Macht.»

Ist das nicht frömmelnd, hochmütig, pharisäisch? O nein! Es kann ja nicht frömmelnd sein, wenn wir in Psalm 100,3 lesen: «Erkennet, dass der H e r r Gott ist! E r hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Jauchzet dem Herrn alle Welt!»

Man darf also wissen: Dieses Volk g i b t es, und man muss es wissen, ob man zu ihm gehört oder nicht.

Auszug!

Gott führte sein Volk in Freuden heraus. Gott hat sein Volk aus der Gefangenschaft Ägyptens geführt. Und das gilt heute: Man kann nicht in seinen alten Gefangenschaften sitzenbleiben, und Gottes Volk zugehören.

Paulus illustriert das: Als er vor Damaskus den Mann von Golgatha erkannte, wurde ihm sonnenklar, dass er mit seiner Religion und seinem Leben völlig schief lag. «Saul, Saul, was verfolgst du mich?»5 Wie er erkennt, dass Christus der Sohn Gottes, der Retter der Welt ist, macht er augenblicklich Schluss mit seinen eigenen religiösen und weltanschaulichen Ideen. Er bekehrt sich, lässt sich taufen und empfängt den Heiligen Geist. So wird man Christ und gehört damit zum Volk Gottes. Welch gewaltige Erfahrung!

Das Volk Gottes - Gottes Braut?

Ich würde dieses wunderschöne Bild nie gebrauchen, fänden wir es nicht genau so im Hohelied der Bibel. In der Zwiesprache eines Hirtenmädchens und einem Hirten sehen wir das Verhältnis Jesu zu seinem Volk, seiner Kirche. Da wird die Schönheit Jesu, des Bräutigams geschildert, seine Liebe, die beglückender ist als Wein. Er wird dargestellt als Lilie unter Dornen, als der helle Morgenstern. Und das Volk Gottes wird als Braut gezeigt, die schön und makellos wie ein paradiesischer Garten ist. Sie ist voller Wonne, verglichen mit Milch und Honig.

Der Bräutigam lädt die Braut ein, nach der winterlichen Regenzeit in den prächtigen Frühling zu kommen. Das heisst Auszug, das nennt die Bibel Bekehrung.

Volk Gottes ?! Für viele ist es bitterkalt in dieser Welt. Aber da ist eine tiefe Sehnsucht in den Herzen, eben wie in einer Braut, die sich nach dem Bräutigam sehnt. Welch ein Vorrecht, welch ein Glück, aus der winterlichen Regenzeit in den prächtigen Frühling zu kommen! Es ist das Volk Gottes, es sind die vielen, vielen, die Jesu Ruf gehört haben: «Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden!» 6

Eine Einladung, die an uns alle gerichtet ist. Auch an Sie!

Jakob Zopfi

 

 

1) 1. Mose 12,2; 2) 2. Samuel 7, 23.24; 3) 1. Mose 15,18-21; 4) Römer 8,29.30; 5) Apostelgeschichte 9,4; 6) Johannes 1,12.

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