Wohin kommen wir, wenn wir sterben? Frau Kübler-Ross ist tot

Am 24. August 2004 verstarb in Scottsdale/Arizona die 1926 in Zürich
geborene "Königin des Todes" Elisabeth Kübler-Ross.
Am 24. August 2004 verstarb in Scottsdale/Arizona die 1926 in Zürich
geborene "Königin des Todes" Elisabeth Kübler-Ross. Mit ihren zwanzig
millionenfach aufgelegten Büchern beeinflusste sie nicht nur die
Thanatologie (Wissenschaft vom Tod), sondern verführte sie Massen von
Menschen, an ein generell lichtvoll frohes Jenseits zu glauben. Aufgrund
Ihrer Quellen, die auch mal klinisch Tote und Geister waren, verkündete die
Ärztin, Sterben sei, "wie man in die Ferien fährt. Man gleite empor zu einem
glücklichen Leben ins Jenseits." Und: "Ich habe viele Jahre lang den Tod
erforscht, und ich habe nicht den Schatten eines Zweifels, dass er
wundervoll sein wird." Wie brennend aktuell ist da der Imperativ der
Heiligen Schrift: "Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf
dass wir klug werden" (Ps 90,12). Wohin kommen wir wirklich, wenn wir
sterben?

Tod und Jenseits in den Weltreligionen
Von den z.Zt. 6,5 Milliarden Menschen werden fünf Milliarden einer der
Weltreligionen zugerechnet. Sie alle befassen sich mit dem Leben nach dem
Tod.

Im Islam (1,2 Milliarden) kommt der Todesengel namens Izra'il und trennt
die Seele vom Körper. Der Verstorbene hört, ob er als Gerechter Anwärter auf
das Paradies, oder als Verdammter für die Hölle bestimmt ist. Der Gerechte
muss vier Fragen beantworten: "Wer ist dein Gott? Wer ist dein Prophet? Was
ist deine Religion? Wohin zeigt dein Gebet?" (Richtige Antworten: Allah -
Mohammed - Islam - Mekka). Wer in der jenseitigen Welt das Paradies erlangt,
wird von schönsten Frauen bedient und sitzt an vollgedeckten Tischen bei
üppigen Gerichten mit Tafelmusik etc. Als Ungläubger kommt man in die Hölle.
"Über allem waltet jedoch das sogenannte Kismet, der tyrannische Wille
Allahs, das kalte, erbarmungslose Schicksal" (Gerhard Bergmann).

Im Buddhismus (360 Millionen, 2500 v.Chr) gibt es keinen Gott. Alles Leben
ist Leid. Ursache des Leidens sind Triebe und Begierden. Das Leiden endet
für den, der diese Begierden überwindet. Es gibt einen ewigen Kreislauf von
Wiedergeburten. Wer ihn durch den edlen Pfad der Selbstzucht von acht
vollkommenen Verhaltungsweisen durchbricht, gelangt ins "Nirvana", den
glückseligen Ort, der keine Begierden mehr kennt. Ewiges Leben kennt der
Buddhismus nicht.

Der Hinduismus (900 Millionen, 3500 v. Chr.) ist eine Religion mit drei
Hauptgöttern und weiteren unzähligen Göttern. Auch er hat die Vorstellung
eines Lebens-Kreislaufes mit Wiedergeburten, dem Karma. Der Sinn des Lebens
ist, durch Erleuchtung (Yoga mit acht Stufen), religiösen Übungen und
täglicher Pflichterfüllung aus diesem Kreislauf auszubrechen. Alle zwölf
Jahre findet das grösste Fest der Menschheit statt, wenn dreissig Millionen
Hindus an den heiligen Fluss Ganges pilgern, um dort ein Bad zu nehmen.
Leichen werden verbrannt. Es ist das beglückendste, wenn die Asche in den
Ganges gestreut werden kann, was die Erlösung aus dem Kreislauf der
Wiedergeburt fördert.

Taoismus/Konfuzianismus (2500 v. Chr., über eine Milliarde). Tao = der Weg,
geht auf Lehren des Laotse und des Konfuzius in China zurück. Es geht dabei
um Regeln der Pflichten und des Gehorsams. Es gibt Götter für jede
Lebenslage, gute und böse Geister, Dämonen, mit denen man sich gut stellen
soll, da sie Einfluss auf die Lebenden haben. Ein Jenseits spielt keine
grosse Rolle - das Paradies ist im Diesseits. Auch wenn tot, ist man nicht
aus der Welt, sondern im Kosmos.

Die Antwort der Bibel
Nicht nur die "Königin des Todes" bewegt sich im Trend des aufgeklärten
Zeitgeistes. Bis tief in die Verkündigung blendet man Begriffe wie Sünde,
Bekehrung, Zorn Gottes, Gericht, Himmel und Hölle aus. Geht man als Quelle
von der einzig wirklichen Autorität, der Heiligen Schrift aus, sieht das
völlig anders aus. Sie allein kann uns Wegleitung sein.

Dabei ist sehr wichtig: Es gibt viele Aussagen, die ganz klar sind. Dann
aber redet die Heilige Schrift auch davon, dass es Geheimnisse gibt, die uns
nicht völlig offenbart sind. So in 1 Kor 2,6ff: "Was kein Auge gesehen hat
und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott
bereitet hat denen, die ihn lieben ." Trotz unserer stückweisen Erkenntnis
dürfen auch wir davon reden. Das hat aber seine Grenzen. Als Paulus ins
Paradies, in den dritten Himmel entrückt wurde, "hörte er unbeschreibbare
Dinge..." Von diesen Dingen ist es nach dem Wort des Paulus dem Menschen
nicht erlaubt, darüber zu reden - und zu spekulieren (2 Kor 12,1ff). Wie bei
aller Prophetie werden wir die Wirklichkeit in vollem Licht erfahren, wenn
sie geschieht.

In diesem Rahmen nur zu Antwort auf die Frage: Wohin kommen wir, wenn wir
sterben:

Das ewigkeitsschwere Entweder/Oder
Durch die ganze Bibel hindurch unterscheidet die Heilige Schrift zwei
grundverschiedene Gruppen. Um zwei NT-Stellen zu nennen:

In 1 Kor 1,18 spricht Paulus einerseits von denen, "die verloren werden",
und anderseits von denen, "die gerettet werden". Diesen Gegensatz finden
wir ebenso in 2 Thes 2,10, wo die Rede ist von denen, "die verloren werden,
weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet
würden". Die heilige Schrift spricht von Gerechten und Gottlosen, von
Erlösten und Verlorenen, von Gehorsamen und Ungehorsamen, von Versöhnten und
Unversöhnten, von denen, die in Finstern und denen, die im Licht wandeln,
von solchen, deren Namen im Buch des Lebens geschrieben oder nicht
geschrieben sind.

Wohin kommen Verstorbenen?
Während der Zeit des AT, also von Adam bis Christus, kamen alle Verstorbenen
nach ihrem Tod in das Totenreich (hebr scheol, griech hades). Das Gleichnis
Jesu vom "reichen Mann und armen Lazarus" erhellt, dass es im Totenreich
zwei verschiedene Orte gab: Die Gottlosen kamen und kommen an den Ort der
Qual, der Pein und der Flammen. Damit spricht die Bibel in irdischer Sprache
von überirdischen Dingen, doch ist offensichtlich, dass es um äusserst
ernste Wirklichkeiten geht. Die Gerechtfertigten dagegen kamen in "Abrahams
Schoss", den Ort des Trostes. Zwischen diesen beiden Orten bestand nach den
Worten Abrahams "eine grosse Kluft, dass niemand, der von hier zu euch
hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber."
Dieser Ort besteht auch nach Christus weiter bis zum Ende des
Tausendjährige Reiches, also bis zum Endgericht des "Jüngsten Tages" (Offb
20,11-15).

Der Sieg Jesu am Kreuz von Golgatha hat aber Grundlegendes verändert. Da
sagt Paulus: "Er ist hinaufgestiegen in die Höhe und hat die Gefangenschaft
gefangen geführt.. Dass er aber aufgefahren ist, was heisst das anderes,
dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde" (Eph 4,8-10). Es kann
heissen, dass die Gerechtfertigten durch Christus aus dem Totenreich in den
Himmel geführt wurden, in den auch die Geretteten seit Christi Auferstehung
eingehen. Es ist der Ort, von dem Jesus in Joh 14,2 sagt: "Ich gehe hin,
euch die Stätte zu bereiten." Der Ort, von dem Jesus dem Schächer zusichert:
"Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" (Lk 23,43)
Und der Ort, von dem Paulus bezeugt: "...entrückt bis in den dritten
Himmel..., in das Paradies und ich hörte unaussprechliche Worte, die kein
Mensch sagen kann" (2 Kor 12,2.3). Der Ort, den Hebr 12,22-24 als
himmlisches Jerusalem beschreibt, "gekommen zu vielen tausend Engeln, zu der
Gemeinde der Erstgeborenen, zu Gott, dem Richter über alle, zu den Geistern
der vollendeten Gerechten und zum Mittler des neuen Bundes - Jesus." So
herrlich die Offenbarung dieses Neue Jerusalem beschreibt, wird dies von der
Gemeinschaft mit Christus überstrahlt. Darum sagt Paulus: "Ich habe Lust aus
der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein" (Phil 1,23), und: "...so
werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten
untereinander" (1 Thes 4,17).

Dazu zwei weitere biblischen Aussagen: "In ihm ist er auch hingegangen und
hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als
Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs..."(1 Petr 3,19). Und: "Denn
dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt..." (1 Petr 4,6). Alle
Menschen sind unter den Ungehorsam beschlossen. Wer sein Leben Christus
übereignet, wird aber gerettet vor dem zukünftigen Zorn. Wir finden keinen
Anhalt, dass, wer Christus im irdischen Leben abgelehnt hat, nach dem Tod
dazu eine weitere Gelegenheit bekommt. Aber den vielen, die vom Evangelium
Jesu Christi nie etwas hörten, kann es so verkündet worden sein. Wir sollten
nicht spekulieren. Abe was die Bibel sagt, dürfen und müssen wir sagen.

Die Vollendung
Die Erretteten sind "daheim beim Herrn" (2 Kor 5,8). Wenn die Bibel von
Himmeln in Mehrzahl spricht, ist es möglich, dass es zu den drei Himmeln
noch weitere gibt. Das wissen wir nicht. Sie erleben jedenfalls Gewaltiges,
was Petrus so beschreibt: "Ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher
und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt" (1 Petr
1,8.9). Ihre Auferstehung findet bei der Entrückung statt (1 Kor 15,23; 1
Thes 4,16). Es erfolgt das Preisgericht (1 Kor 3,12-15), die Hochzeit des
Lammes (Offb 19,7), das Mitherrschen im Tausendjährigen Reich. Der Himmel,
das neue Jerusalem ist der Ort, in dem sie ewig wohnen.

Die Unerrettetn sind im Totenreich bis zum Endgericht des "Jüngsten Tages"
vor dem grossen weissen Thron (Offb 20,11-15). Tod und Totenreich müssen
dort alle, Gross und Klein, zum Gericht herausgeben, wo sie die Auferstehung
zu einem Ewigkeitsleib erleben. Auch die Verlorenen werden gerecht, ein
jeder nach seinen Werken, gerichtet. Nicht nur für den Himmel werden
verschiedene Orte genannt, sondern auch für die Unterwelt . Von einem Kerker
(1 Petr 3,19) ist die Rede; von dunkeln Verliessen des Tartarus (2 Petr
2,4Winking oder auch von einem Abgrund, Schlund der Unterwelt (abussos; Röm
10,7; Offb 9,1-3.11). Generell aber gilt für Satan, den Antichristen und
falschen Propheten, den Tod und sein Reich (hades) wie für alle, deren Namen
nicht im "Buch des Lebens" stehen: Sie werden geworfen in den "feurigen
Pfuhl", den "zweiten Tod", in die Hölle (gehenna), wo der "Wurm nicht
stirbt und das Feuer nicht verlöscht" (Mk 9,44).

Die Heilige Schrift schildert Himmel und Hölle knapp, mit irdischen Worten
die überirdische Wirklichkeit. Sie malt dies nicht aus. Aber die Wucht der
Aussagen ist so gewaltig, dass es kaum besser auf den Nenner gebracht werden
kann wie in den Versen über die Bücher der Bibel:

Endlich schliesst die Offenbarung
das gesamte Bibelbuch.
Mensch, bedenke was du liesest
dir zum Segen, nicht zum Fluch!