Gottesdienste

Die Feste Gottes

Dass sich sein Volk sammle!


Zur Bedeutung von Glaubenskonferenzen WuG Nr. 4 April 2003 S. 8 und 9
Die Feste Gottes

Dass sich sein Volk sammle!


Zur Bedeutung von Glaubenskonferenzen WuG Nr. 4 April 2003 S. 8 und 9

Man stelle sich mal vor: Wir -und zwar wir alle!- müssten uns zu einer gemeinsamen Versammlung des Volkes Gottes aufmachen. Nicht etwa per Auto oder Bahn. Sondern tagelang auf Schuhmachers -oder Sandalen- Rappen. Am Strick vielleicht ein Maulesel. Hin und zurück.

Unvorstellbar! Aber genau das hat Gott seinem Volk Israel befohlen. Auf nach Jeruslalem, dreimal im Jahr zu den drei wichtigsten Festen! Auf Sandalen Rappen. Welch handfester Stress für die damals nicht verweichlichten Kleinbauern- und Farmerfamilien. Da ist die Ungeduld Marias verständlich, als sie auf dem Rückweg nach einer Tagereise ihren Zwölfjährigen auch unter den mitpilgernden Verwandten und Bekannten nicht fand.

Glaubenskonferenzen! Darf man sie denn mit den AT-Festen so eins zu eins gleichsetzen? Natürlich nicht. Es waren die besonderen Feste innerhalb der heilsgeschichtlichen Epoche des Gesetzes. Aber Gott hat sich sehr wohl etwas gedacht, als er das ganze Volk zusammenrief. Neutestamentlich gefüllt, sind die Inhalte noch viel gewaltiger! Aus einer ganzen Fülle hier ein paar Parallelen:

1. Von Gott festgesetzt
Zusätzlich zu dem in aller Schärfe verordneten Sabbat bestimmte Gott sieben Feste: das Passahfest, das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Erstlingsfrüchte, das Wochenfest, der Tag des Schofarblasens, der Versöhnungstag und das Laubhüttenfest. Gott nennt sie "meine Feste". Wobei "Fest" -hebr. moed- "festgesetzte Zeit" bedeutet. Es waren also Feste, festgezurrt im Terminkalender Gottes.

Man hört heute die Klage, es gebe zuviele Konferenzen - Glaubenskonferenz hier, Glaubenskonferenz dort. Sicher wäre es im Sinne des heiligen Geistes, ernstlich zu prüfen, ob eine Konferenz im Terminkalender Gottes steht - oder eben nicht.

2. Heilige Versammlungen
Auch der Inhalt der Feste war von Gott präzise festgelegt, richtete sich also nicht nachdem die Ohren jücken, nicht nach dem Gusto des momentanen Zeitgeistes. Es waren heilige Versammlungen! Das gab der Aufforderung an das ganze Volk, sich zu diesen Festen nach Jerusalem aufzumachen, Autorität. Welch ein Inhalt, nun neutestamentlich gefüllt! Hier die drei Hauptfeste:

1. Das Passahfest: Das Volk Israel gedenkt des geschlachteten Lammes, das zum Exodus aus dem glühenden Ofen Ägyptens, seiner 400jährigen Gefangenschaft, durch die mächtige Hand Gottes führte.

Es gehört zum Höchsten, wenn wir des Lammes von Golgatha gedenken. Was war das für eine Weltkonferenz 1998 in Seoul, als über den hunderttausend Feiernden im Olympic Stadium ein riesiges Kreuz aus tausend roten Ballons schwebte. Als hunderte von Jugendlichen in roten Shirts ein grosses Kreuz auf dem grünen Rasen bildeten. Als eine wunderbare Altstimme das Stadion füllte: "O ich liebe das altrauhe Kreuz!" Das Lamm, das zu unserer Erlösung geschlachtet ist!

2. Das Wochenfest: Festgesetzt sieben Wochen oder fünfzig Tage nach dem Fest der Erstlingsfrüchte, dem Typus der Auferstehung Jesu. Nach seiner Auferstehung verbrachte Jesus vierzig Tage mit seinen Jüngern, dann hiess er sie zehn Tage bis zur Ausgiessung des heiligen Geistes zu warten. Fünfzig - pentekoste - Pfingsten! "Und als der Tag des Pfingstfestes endlich da war, geschah plötzlich aus dem Himmel ein Brausen - und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt!"

Die Ausgiessung des heiligen Geistes muss unsere Konferenzen durchglühen. Zu einer unvergesslichen Pfingstweltkonferenz in Jerusalem versammelten sich 1995 Tausende im Sultan's Pool, nur ein Steinwurf vom Obergemach entfernt, wo das Feuer des ersten Pfingsten fiel. Welch machtvolles Gebet erfüllte die ganze herrliche Konferenz: "O Lord, do it again!" Was wohl jede Glaubenskonferenz bestimmen sollte: "Herr, tue es nochmals. Tue es heute!"

3. Das Laubhüttenfest: Sieben Tage währte dieses Fest. Abertausende von Hütten aus Binsen wurden in den Strassen, auf Feldern und Hügeln rund um Jerusalem aufgebaut. Das Volk hielt im Gedächtnis, wie es durch die Wüste wanderte - in der Erwartung des kommenden messianischen Königreichs. Der Hohepriester zog täglich mit den Priestern und Zehntausenden von Gläubigen vom Tempelberg zum Teich Siloah, wo Jesus ausrief: "Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fliessen!"

Dies ist das letzte Fest, der Höhepunkt der Feste, das Fest, das auf die Wiederkunft Jesu hinweist. Unsere Konferenzen müssen die Naherwartung der Ankunft des Königs vergegenwärtigen. Und die Welt muss es hören: Er kommt in den Wolken mit Posaunenschall - Jesus kommt!

3. Erntefeste
Die Feste stehen im Zeichen der Ernte. Am Passahfest -im Frühjahr- wurde die allererste Gerstengarbe im Tempel geopfert, Erstling im Blick auf die kommende grosse Ernte. Das Wochenfest, 50 Tage nach den Erstlingsfrüchten, läutete die grosse Sommerweizenernte ein. Das Laubhüttenfest heisst auch "Fest des Einsammelns", wenn "du den Ertrag deiner Arbeit eingesammelt hast vom Felde."

Glaubenskonferenzen stehen im Zeichen der Erntezeit. Einmal als Aufbruch zur Saat gemäss des Meisters Gebot: "Geht hin in alle Welt, predigt, tauft, lehrt halten!" Zeit der Aussendung, bis hin zur Freude an der Ernte. Wer die Arbeit im Frühjahr und Sommer tut, sollte sich an Scharen freuen, die zum ersten Mal in unsere Konferenzen einziehen.

4. Sabbatruhe und Opfer
Für jedes Fest war die Sabbatruhe geboten: "Keine Arbeit sollt ihr tun." Ebenso galt: "Erscheint aber nicht mit leeren Händen vor mir!" Die Feste waren auch Opferzeit, wo das Brandopfer geopfert wurde, das Opfer der völligen Hingabe.

Man sollte sich wohl mal fragen, was wir aus dem wöchentlichen Tag des Herrn gemacht haben. Und man kann sich fragen, was uns davon abhalten könnte, uns gemeinsam als ganzes Volk Gottes vor dem "Herrn, dem Herrscher", unserem König Jesus Christus zu versammeln!

5. Freude
Die Pilger kamen oft in grossen in Scharen aus allen Dörfern und Städten des Landes, aber auch in Karawanen von den umliegenden Ländern. Ihre Lieder waren Ausdruck des Jubels und der Freude: "Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott! Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: Wie ich einherzog in grosser Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern." Welch unvergessliches Erleben der Feste mit Zehntausenden von Pilgern, mit den Priestern und hunderten von Sängern und Musikanten, mit der ganzen Tempelherrlichkeit: "Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht, Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum."

Dass sich sein Volk sammle!
Zu den Festen sammelte sich das ganze Volk vor dem Herrn. Diese Festgemeinde erfuhr in mächtiger Weise die grossen Taten Gottes und die Gemeinschaft seines Volkes. Und es war ein einzigartiges Zeugnis gegenüber den Völkern.

Nicht umsonst hat Jesus, der sich um den Einzelnen kümmerte, immer wieder auch Tausende um sich geschart. Nicht umsonst hat Paulus nicht nur in Häusern hin und her, nicht nur auf Märkten, sondern auch auf dem Areopag gepredigt. Durch die Kirchengeschichte hindurch haben immer wieder Männer Gottes die Massen bewegt. Herolde wie Moody, die Wesleys und viele andere haben nicht nur Gemeinden und Kleingruppen gefördert, sondern die grosse Öffentlichkeit aufgewühlt, wenn sie Tausende um sich sammelten. In unserer Zeit haben die Grossveranstaltungen -Evangelisationen und Kongresse- Billy Grahams, durch die eine Milliarde Menschen erreicht wurden, nicht nur die Teilnehmer begeistert, sondern Auge und Ohr der Welt erreicht. In der Schweiz haben ab 1980 -alle vier bis fünf Jahre- die CHRISTUSTAGE mit 15 - 30 000 Teilnehmern nicht nur einen Durchbruch innerhalb der Gemeinde Jesu bewirkt, sondern konnten auch von Medien, Regierungsämtern und Öffentlichkeit nicht übersehen werden.

Und auch das muss uns in die Augen stechen: Nicht umsonst sammelt der Papst unermüdlich rund um den Erdball seine Massen. Gebrechlich geworden, lässt er sich noch im Papamobil zu Messen transportieren, an denen Millionen teilnehmen. erstaunt es denn, wenn sich im Vatikan Staatsmänner, Sportkanonen und andere Prominenz die Klinke reichen? Nicht umsonst mobilisiert der Islam Millionen zu ihren Pilgerstätten. erstaunt es denn, wenn diese Bilder durch die ganze Weltpresse gehen?

Und die Pfingstbewegung?
Von allem Anfang an waren die Konferenzen ein ganz wichtiger Kristallisationspunkt der Gläubigen. Von den ersten Konferenzen in Mülheim wird berichtet: "In den Versammlungen nahm das Jubeln kein Ende. Der Grundton aber durch alle Versammlungen war: Lasst uns acht haben, den vollen Segen des Evangeliums der in Sünde und Not ersterbenden Welt zu verkündigen!" Keine Frage, gerade die Konferenzen haben zur unglaublichen Ausbreitung der Pfingstbewegung ganz wesentlich beigetragen. Die Grossveranstaltungen Reinhard Bonnkes, David Yonggi Chos und anderer Männer Gottes rund um den Erdball sind zu einem kraftvollen und viel beachteten Zeugnis geworden.

Es ist ein gutes Zeichen, dass dieses Jahr in Deutschland und der Schweiz Konferenzen stattfinden. Aber man stelle sich einmal vor, es würden sich in unseren Ländern Zehntausende zusammenfinden. Jährlich dreimal! Die Botschaft vom Kreuz, von Pfingsten und von der Wiederkunft Jesu hätte eine Durchschlagskraft, wie sie dem König der Könige gebührte.