Zum Schlussakt der "Ökumenischen Konsultation"

Das Wort der Kirchen, die über 100seitige Broschüre, für das die Schweizerische Bischofskonferenz und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund zeichnen, besticht in den 238 Positionen durch seine sorgfältige, ausführliche Arbeit zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Schweiz.
Das Wort der Kirchen, die über 100seitige Broschüre, für das die Schweizerische Bischofskonferenz und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund zeichnen, besticht in den 238 Positionen durch seine sorgfältige, ausführliche Arbeit zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Schweiz.

Sie mag dabei beanspruchen, dem Geist des Evangeliums entsprechen zu wollen. Das Wort jeder Kirche aber, das nicht von der Schrift des Evangeliums getränkt ist, unterliegt sehr schnell der Gefahr, dem Geist nicht zu entsprechen. Die seltenen biblischen Zitate, die Erwähnung finden, stehen denn auch schief zum Evangelium. So habe Jesus Christus "die Person ins Zentrum gesetzt", somit sei "der Mensch als Person das Mass jedes sozialen, politischen oder wirtschaftlichen Systems." Wirklich? Oder: Weigere sich jemand, seines Bruders oder seiner Schwester Hüter zu sein, dann breche der Totschlag in die Geschichte ein (Gen. 4). Wirklich? Oder: Jesus von Nazareth habe uns einen Gott Vater (und Mutter) geoffenbart, der sich seiner Kinder annehmen, der sich ihrer Leiden und Nöte erbarme (Mt. 9,35-36). Dieser liebende Gott schliesse niemanden aus. Wirklich? Um nur Beispiele zu nennen.

Die, die gekommen waren, waren voll des Lobes. Vom Bundespräsidenten, dessen Rede von den 800 Gästen aus der ganzen Schweiz mit starkem Applaus bedacht wurde, auch wenn sie, wenn sie sich denn auf die Bibel bezog, kaum bibelfest war. Bis zu Paul Rechsteiner vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund, der den Kirchen empfahl, sich für die Entfaltung des Menschen einzumischen.

Die Feier in der Heiliggeistkirche war gewiss auf gediegenem feierlichen Niveau. Und viel Denkenswertes wurde entgegengenommen und gesagt. Nahe an der Schrift war man doch wohl am ehesten bei der schönen Geste, als 200 Tauben von der grossen Schanze aus "symbolisch die Botschaft der Kirchen" ins Land hinaustrugen.