Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt…

1. Korinther 14,8


Der Glaube und der Brückenbauer
GOTT - Ihm widmet die MIGROS-Zeitung fünf Seiten. Fast eine gute Sensation in einem Land, wo Christoph Blochers "Gott helfe, dass es recht herauskommt" und das "Ich wünsche Ihnen Gottes Segen" des Bundespräsidenten in der Neujahrsansprache ziemlich aus der üblichen Rolle im Bundeshauses fällt. 73 Prozent der Jugendlichen glauben! Und es belegen Zeugnisse: Schüler, Studenten, Lehrlinge, ja TV-Leute und Stars. sie alle glauben. Es werden eindrückliche Sätze gesagt: "Plötzlich begann ich Gott zu verstehen. " "Ohne Gott geht in meinem Leben gar nichts." "Meine Beziehung zu Jesus Christus hat mich positiv verändert."
1. Korinther 14,8


Der Glaube und der Brückenbauer
GOTT - Ihm widmet die MIGROS-Zeitung fünf Seiten. Fast eine gute Sensation in einem Land, wo Christoph Blochers "Gott helfe, dass es recht herauskommt" und das "Ich wünsche Ihnen Gottes Segen" des Bundespräsidenten in der Neujahrsansprache ziemlich aus der üblichen Rolle im Bundeshauses fällt. 73 Prozent der Jugendlichen glauben! Und es belegen Zeugnisse: Schüler, Studenten, Lehrlinge, ja TV-Leute und Stars. sie alle glauben. Es werden eindrückliche Sätze gesagt: "Plötzlich begann ich Gott zu verstehen. " "Ohne Gott geht in meinem Leben gar nichts." "Meine Beziehung zu Jesus Christus hat mich positiv verändert."

Ein Posaunenstoss für Gott in der MIGROS-Zeitung, das ist toll. Toll auch, wie diese Jugendlichen öffentlich ihren Glauben an Gott und Jesus bekennen. Wobei man die undeutlichen Töne auch nicht übersehen kann. Es glauben -laut Brückenbauer- 73 Prozent an Gott - und an ein höheres Wesen. Es machen die einen halt Yoga und Karate, andere beten. Oder man kann auch mal gleichzeitig beten, fluchen und von heissen Girls rappen. Die Kirchen bleiben leer -sagt der Brückenbauer-, Religion werde zunehmend privatisiert. Gott ist cool, Glaube trendy, und Jesus ein Hip-Hopper.

Der Glaube und die Frommen
Versteht man allerlei Nebel noch, wenn sich ein säkulares Medium um Glauben bemüht, wäre ein klarer Ton nötig, wenn die Frommen Gelegenheit haben, ins Horn zu blasen. Verpasste Gelegenheiten können Petarden sein, Nebel zu verdichten. Zwei Beispiele:

Bei Stephan Klapproth versammelten sich zu einem Spezial-TV-Quiz ein katholischer Sakristan, ein Franziskaner, ein jüdischer Vertreter, ein Buddhist, ein Hare Krishna-Jünger und der populäre Pfarrer Sieber. Der fröhliche Katholik findet es wunderschön, dass er mal bei den Hare-Krishnas predigt, und umgekehrt. Gefragt, was diese Religionen vereint, fand man als gemeinsamen Nenner die Liebe. Pfarrer Sieber gab als Kostprobe noch eine Auslegung über die Ekklesia, wie er Kirche/Gemeinde mit Recht nannte. Ekklesia sieht er dort, wo einer die Strasse sauber fegt. Die abenteuerliche Einsicht belegt er nicht etwa mit der Heiligen Schrift, sondern mit Martin Luther King, der es noch in der Nacht vor seiner Ermordung mit zwei Frauen in einem Hotelzimmer hatte.

Einen klare Posaune dürfte man von der "4telstunde", dem Grossverteilblatt der Evangelischen Allianz erwarten. So gut auch hier die Absicht ist, ist diese Erwartung Fehlanzeige. Findet man im BRÜCKENBAUER hier und dort einen harmonischen, guten Ton, ist das in der "4telstunde" ebenfalls zu finden. Das Konzert aller möglichen Töne ist aber verwirrend. Auf der Titelseite Francine Jordi, Gardi Hutter, und der unverwüstliche Pfarrer Sieber. Das schönste Zeugnis wohl von Francine Jordi: "An Weihnachten denken wir daran, dass Jesus geboren wurde, um später für unsere Sünden zu sterben." Dann Gardi Hutter: Für sie liegt die Bibel nur in Hotelzimmern. Sie fände es zwar spannend, darin zu lesen, "unvoreingenommen, wie ich östliche Bücher der Weisheit lese." Und Pfarrer Sieber sieht die Bibel als unentbehrliche Grundlage für das Leben, sie gehöre in die rechte Hand, in die andere das WC-Bäseli. Für Jean Ziegler... Etc. Fragen haben sie alle: "Was kommt nach dem physischen Tod?" (Jean Ziegler), "Hast du mich lieb?" (Pfr. Sieber) Antworten: keine.

Der Glaube und die Bibel
Da ist der Posaunenton sehr klar. Man kann sich fragen, weshalb man auf allen Kanälen ein "Jahr der -ganzen!- Bibel" propagiert -was sicher sehr gut ist!-, wenn man das, was die Bibel "Anfang über Christus" nennt, nämlich "Umkehr von den toten Werken, Glauben an Gott, Lehre vom Taufen, Auferstehung der Toten, ewiges Gericht" 1 tunlichst verschweigen muss. Rund um die Welt bekennen Milliarden ihren Glauben an einen Gott. Herrlichkeit und Ernst, schliesslich Himmel und Hölle, scheiden sich aber für das Evangelium am Kreuz Jesu Christi. Es gibt keine andere Botschaft, die so einfach, klar und folgenschwer ist, die jedem Menschen unter die Haut gehen muss - und um Gottes Willen nicht vernebelt werden darf.

Als die Israeliten im AT keinen Schmied im Lande hatten, liessen sie sich Hacke und Schwert bei den Philistern schärfen. Und blieben gefangen.2 Daran kann man denken, wenn es vor allem wichtig sein soll, was Menschen, möglichst auch Stars, zu ihrem Glauben zu sagen haben, und sei es noch so dürftig - und falsch.

Und noch ein alttestamentliches Bild: Als die Prophetenjünger ihren Raum erweitern wollten, entfiel beim Fällen der Bäume das Eisen. Sinnlos, mit blossem Stiel weiterzuarbeiten. Elisa sorgte mit seinem Holz, dass das Eisen schwamm und befahl: "Heb's auf!"3 Was Not tut, und gleichzeitig Gottes herrliches Angebot ist, ist das Zeugnis der Gemeinde in der Kraft des Heiligen Geistes.

Da hat keiner den Ton deutlicher gegeben wie Jesus selbst: "Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz fade wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten."4 Und: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein - bis an das Ende der Erde!" 5

1 Hebräer 6,1.2
2 1. Samuel 13,19-22
3 2. Könige 6,1-7
4 Matthäus 5,13
5 Apostelgeschichte 1,8