Missionarin Dr. Lilly Wreschner – ein eindrückliches Lebenszeugnis

Geboren am 22.7.1908 ist Lilly Wreschner fast 95jährig in Jerusalem heimgerufen worden.

1938 reiste sie nach Israel aus und kehrte nach 38jähriger Missionstätigkeit mit ihrer jahrzehntelangen Begleiterin Elsie Churcher 1976 in die Schweiz zurück. Nach 18 Jahren in der Heimstätte SPM in Emmetten, lebte sie in verschiedenen Stationen: 1994 Ausreise zu Christa Thrams in Israel, 1995/96 kürzere Aufenthalte wieder in der Heimstätte und in Deutschland. Von 1996 bis 2000 war sie Pensionärin im Altersheim Park in Schönenberg, um dann nach Jerusalem zurückzukehren, wo sie in der Obhut Christa Thrams am 11. Mai 2003 heimgerufen wurde.
Geboren am 22.7.1908 ist Lilly Wreschner fast 95jährig in Jerusalem heimgerufen worden.

1938 reiste sie nach Israel aus und kehrte nach 38jähriger Missionstätigkeit mit ihrer jahrzehntelangen Begleiterin Elsie Churcher 1976 in die Schweiz zurück. Nach 18 Jahren in der Heimstätte SPM in Emmetten, lebte sie in verschiedenen Stationen: 1994 Ausreise zu Christa Thrams in Israel, 1995/96 kürzere Aufenthalte wieder in der Heimstätte und in Deutschland. Von 1996 bis 2000 war sie Pensionärin im Altersheim Park in Schönenberg, um dann nach Jerusalem zurückzukehren, wo sie in der Obhut Christa Thrams am 11. Mai 2003 heimgerufen wurde.

Schwester Lilly -so wurde sie allgemein genannt- sollte als eindrückliche Persönlichkeit in der SPM unvergessen bleiben. Wir dürfen schon etwas "stolz" sein, waren während entscheidender Jahrzehnte Israels zwei tapfere Missionarinnen unermüdlich an der Arbeit, hunderttausende von Bibeln, und damit vor allem das Neue Testament im ganzen Land zu verteilen. Schwester Lilly hat ihren Auftrag immer wieder mit Hesekiel 36,5 umschrieben: "Ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet..." Sie erlebte die Gründung des Staates Israel und den Unabhängigkeitskrieg, wie den Sinai-Feldzug und den Sechstagekrieg in ihrer eigentlichen Heimat.

Christliche Missionarin zu sein, war alles andere als auf ihre Wiege geschrieben. Sie schrieb: "Mein Vater war ein echter Jude, der uns drei Kinder zu echten Juden erzog. Er stellte uns das Judentum als die einzige wahre Religion vor Augen. Wir lasen in der hebräischen Bibel Sabbat um Sabbat." Er war Professor der Philosophie und Psychologie an der Universität Zürich. Lilly doktorierte in diesen Fächern - und wurde zu einer jüdischen Atheisten. Sie fand aber die Wahrheit, die sie leidenschaftlich suchte, so wenig im Atheismus wie bei den Philosophen. Welch ein Drama, sich als Jüdin -und noch als Kind eines jüdischen Professors- dem Christentum zu nähern! Sie fand durch alle Wirrnisse in der Landeskirche zum Glauben an Gott und liess sich kirchlich taufen. In einem Bergdorf im Rhonetal zu Füssen des Mont Blanc liess sie sich während zehn Monaten Unterricht abnormaler Kinder zum ersten Mal auf das Neue Testament ein, was sie mit dem Namen Jesus Christus konfrontierte. Dieser sollte sie nach schweren inneren Kämpfen überwinden. Es folgten zwei Jahre Bibelschule in Schottland, dann erlebte sie bei den offenen Brüdern die Glaubenstaufe. Da brach das Verlangen nach der Geistestaufe in ihr auf. In Beatenberg hörte sie von einem "nüchternen Pfingstler". Se überwand ihre Angst, die man ihr gegen diese "Irrlehrer" indoktriniert hatte und ging zitternd nach Winterthur, zum damaligen Präsidenten der SPM. Vier Stunden verbrachten die beiden im Gebet, bis Karl Schneider schliesslich sagte: "Alles haben Sie versucht, nur eines nicht. Glauben nach dem Wort: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr's empfangen habt, so wird's euch werden!" Da erlebte Lilly die Geistestaufe.

Emil Hartmann sagte als Missionssekretär zu ihrem Achtzigsten: "Kaum ein Prediger hat in den 'heiligen Hallen' von Emmetten gepredigt, ohne von Schwester Lilly gebührend über das Gesetz, das Alte Testament und das Volk Israel belehrt worden zu sein. D.h. am Wickel genommen zu werden." Man könnte hinzufügen: Kaum eine Predigt ohne mindestens einen provozierenden Zwischenruf. Diese Stimme ist nun verstummt.

Nicht aber ihr Leben und ihr Zeugnis.