Pioniere der Pfingstbewwegung

Zur PEC 2003 Berlin, WuG Nr. 3 März 3002, Seiten 8 - 10

"Ich denke an die früheren Zeiten und spreche von den Werken deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land!" Ps. 143,5.6



Forscht man nach den Gründen, weshalb die Pfingstbewegung Europas innert Jahrzehnten von Null zu einer Bewegung von vier Millionen Angehörigen geworden ist, kann man folgende nennen:
Zur PEC 2003 Berlin, WuG Nr. 3 März 3002, Seiten 8 - 10

"Ich denke an die früheren Zeiten und spreche von den Werken deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land!" Ps. 143,5.6



Forscht man nach den Gründen, weshalb die Pfingstbewegung Europas innert Jahrzehnten von Null zu einer Bewegung von vier Millionen Angehörigen geworden ist, kann man folgende nennen:

1. Herausragende geistliche Väter und Gründerpersönlichkeiten
2. Unverbrüchliches Festhalten am Wort Gottes
3. Kompromisslose Lehre der Taufe im Heiligen Geist
4. Eindeutig evangelistische Prägung
5. Enge europa- und weltweite Verbindung der leitenden Brüder
6. Jährlichen Konferenzen
7. Verbreitung durch Literatur
Wir täten gut daran, dies nicht zu vergessen. Es seien hier aus einer "Wolke von Zeugen" einiger Männer der ersten Stunde gedacht, die den hier erwähnten Gründen besondere Akzente gaben:





Thomas Ball Barratt, Lewi Pethrus. BAHNBRECHER IN EUROPA.


barrat


Ein wahres pfingstliches Apostelpaar aus dem Norden! Hier T. B. Barratt (1862 - 1940), ein Mann mit künstlerischem Profil (Schüler so prominenter Lehrer wie O. Dahl und E. Grieg), dort Lewi Pethrus (1884 - 1974), kantige Persönlichkeit als Sohn eines Fabrikarbeiters. In beiden, die siebzehnjährig zu predigen begannen, loderte das Feuer der Evangelisation und Mission. Barratt gründete als methodistischer Pastor 1902 die Oslo City Mission. Pethrus sagte am Schluss seines lebenslangen Dienstes: "Ich glaube nicht, einen Gottesdienst gehalten zu haben, an dem ich nicht Sünder zu Christus rief."

Sie waren Männer des Wortes. Ein Beispiel: Barratt brauchte einige Zeit, bis er die Richtigkeit der Glaubenstaufe erkannte. Als es soweit war, stand Pethrus im Wasser und rief Barratt zu wie Johannes bei der Taufe Jesu: "Ich bedarf, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?" Barratt antwortete mit den Worten Jesu: "Es gebührt uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen." Da liess er's geschehen.

1906 kam Barratt auf einer Kollektenreise in der USA mit der explodierenden jungen Pfingstbewgung in Berührung. In New York erlebte er eine mächtige Geistestaufe. Heimgekommen, begann das Feuer in Oslo hell zu brennnen. Dort erlebte 1907 Pethrus, damals baptistischer Pastor, die Geistestaufe. Der schon gesegnete Dienst dieser Männer wurde revolutioniert. Gegen ihren Willen ertrugen die alten konfessionellen Schläuche den neuen Wein nicht. So wurde in Schweden und Norwegen die Pfingstbewegung geboren. Pethrus, der überzeugt war, "weder der inviduelle Gläubige noch die Kirche Christi könne ohne die Taufe im heiligen Geist den von Gott gegebenen Auftrag erfüllen", wurde Pastor der bis 1975 grössten Pfingstgemeinde in Stockholm, zudem Bahnbrecher der schwedischen Pfingstbewegung mit heute 160 000 Zugehörigen. Er gründete eine ganze Reihe von Werken, wie das Filadelfia-Verlagshaus, die Filadelfia-Bibelschule, die Tageszeitungen DAGEN, das weltweite Radio IBRA, soziale Institutionen u.a. Seine Schriften und Bücher wurden um die ganze Welt gelesen. 1939 lud er zur ersten Weltpfingstkonferenz in Stockholm ein.

Barratt, auch er ein vielbeachteter Verfasser von Schriften und Büchern, die nebst in der norwegischen Sprache in Schwedisch, Finnisch, Englisch, Russisch, Deutsch und Spanisch herausgegeben wurden. Er war während der Anfangs-Dekade der Entstehung der Pfingstbewegung Europas, bevor er bis zu seinem Lebensende Pastor der Filadelfiagemeinde Oslo wurde, freier Evangelist und bei der Geburt der Pfingstbewegung in vielen europäischen Ländern zugegen. Zurecht wurde er "Apostel Europas" genannt.





SMITH WIGGLESWORTH - APOSTEL DES GLAUBENS


wigglesworth

Smith Wigglesworth (1859-1947), der als Sohn armer Eltern schon siebenjährig in einer Stahlwollenfabrik täglich 12-Stunden zu arbeiten hatte, wurde bei den "Old-Time Wesleyan Methodists" wiedergeboren. Als Sechzehnjähriger war es seine Leidenschaft, mit der Heilsarmee an Strassenecken und in Openair-Meetings zu evangelisieren. Er war ein "Seelengewinner". Sammelte er am Wochenende Kinder um sich, war er enttäuscht, wenn sich weniger als fünfzig von ihnen für Jesus entschieden. Es trug ihm als Inhaber eines Installationsgeschäft den Ruf als "Klempner-Prediger" ein. Da wurde er von den frühen pfingstlichen Wogen erfasst. und von Männern wie T.B. Barratt und Lewi Pethrus, vor allem auch von Pastor Alexander Boddy aus der Sunderland-Erweckung inspiriert. Die Taufe im Heiligen Geist entzündete in ihm einen feurigen Glauben. Er war eine prophetische Gestalt, die aufrief, den Himmel zu stürmen und das volle, reiche überfliessende Leben in Christus zu beanspruchen. Er las nie ein anderes Buch als die Bibel, "glaubte an das Wort Gottes und glaubte an den Gott des Wortes". An der Geistestaufe liess er nicht rütteln: "Ich glaube an die Taufe im Heiligen Geist und glaube, dass alle, die geistgetauft werden, in 'andern Sprachen reden wie der Geist ihnen auszusprechen gibt'". Dass alle Theologen dagen war, betrachtete er als eines der Zeichen ihrer Richtigkeit. Über welchen Text er immer predigte, früher oder später war er beim Thema Glaube. Sein Lieblingschorus war: "Glaube nur, alles ist möglich, dem, der da glaubt." Ein Mann des Fastens und des Gebetes -er zitierte für sich Paulus: 'Ich rede mehr in Zungen als ihr alle!'- konnte er sagen: "Oft kann ich in einem Moment des Glaubens mehr erreichen als in einem Monat des Schreiens zu Gott!" Weit über die Grenzen Englands hinaus -Europa, Amerika, Indien, Afrika- eilte er von Feldzug zu Feldzug. Als schwedische Beamte ihm verboten, Kranken die Hände zum Gebet aufzulegen, fing er an, die Kranken zu ermutigen, selber während seines Gebets ihre Hände auf ihre kranke Stelle zu legen. In einer Predigt sagte er: "Glaube macht Sprünge. Glaube verfehlt das Ziel nie. Ich bin nicht hier, euch zu unterhalten. Sondern euch dorthin zu führen, wo ihr über das Unmögliche lacht." Er war ein "Apostel des Glaubens".





STEPHEN UND GEORGE JEFFREYS - VON GOTT GESANDTE EVANGELISTEN

GuSJeffreys

Als Kohlenarbeiter in den Minen Südwales vom Tornado der walisischen Erwecksung erfasst, erlebten sie1904 die Geistestaufe. Beide schon eifrige "Seelengewinner", sagte Stephen: "Ich möchte den ganzen Weg mit dem Herrn gehen. Er wird mich zu einer Feuerflamme machen." Das Feuer für die Evangelisation brannte denn auch lichterloh. George (1889 - 1962) und Stephen (1876 - 1943) verkündigten das Evangelium, nicht ohne Sünde und Gottlosigkeit zu brandmarken, was ihnen der Ruf moderner "Johannes der Täufer" eintrug. Beiden war das Wort Gottes heilig. Gegen Ende seines Lebens besuchte ich George Jeffreys, eine imponierende Gestalt mit einem Haupt wie das eines Löwen. Auf die Frage, was das Geheimnis seines grossen Segens sei, sagte er: "The Word, the Word - das Wort, das Wort!" Stephen klagte: "Es gibt so viele Lehrer und Möchtegernlehrer, aber wenig Evangelisten!" Die beiden brausten durch England wie ein Feuersturm. Ihr Dienst konnte von der Tagespresse nicht verschwiegen werden. Besonders der Dienst Stephens war von ausserordentlichen Heilungen begleitet. Ob jetzt ein 13jähriges Mädchen sehende Augen oder eine sterbende 78jährige Mutter ein neues Herz erhielt und noch über ein Jahrzehnt fröhlich leben sollte, ob ein Gelähmter nach Jahren geheilt wurde - es wurde buchstäblich wahr: "Blinde sehen, Lahme gehen, Armen wird das Evangelium gepredigt." Oft begannen sie mit einer Handvoll Zuhörer in grossen H Grosse Hallen zu evangelisieren, die sich bald so füllten, dass sich Leute am Eingang in Warteschlangen einreihen mussten. George wurde ein Pionier der ELIM-Bewegung, Stephen der Assemblies of God. Beide Bewegungen zählen heute je 150 000 Zugehörige.





DONALD GEE - APOSTEL "OF BALANCE"


gee
Donald Gee (1891 - 1966) fand 14jährig als scheuer Teenager während einer Kampagne walisischer Erweckungsprediger in der Kirche, die er besuchte, zum Glauben. Sein skeptischer Charakter machte es dem jungen Kaufmann nicht leicht. Erweckliche Unruhe war ihm ein Gräuel, die Taufe seiner Mutter versetzte ihn in Zorn, und von einer Geistestaufe mit Hingabe und Harren wollte er nichts wissen. Aber er konnte dem Strom des Geistes nicht widerstehen. Die Geistestaufe erfüllte den scheuen Mann so mit Freude, dass er die Anbetung im Geist nicht nur im stillen Kämmerlein erlebte, sondern sich auch nicht schämte, in der Gemeinde in neuen Zungen laut zu singen. Donald Gee war sehr begabt. Mit seinem Klarvier- und Orgelspiel konnte er die an Oster-Konferenzen bis zum letzten Platz gefüllte Albert Hall mitreissen. Vor allem aber fiel an dem jungen Pfingstpastor seine aussergewöhnliche Lehrbegabung auf. Er hatte eine geniale Fähigkeit, auch schwierige Themen einfach darzustellen, sei es in Predigt, Belehrung oder Schrift. Dies führte u.a. zu einer Einladung zu einem Lehrdienst nach Australien und Neuseeland. In der Nacht vor seiner Abreise sah er im Traum einen grossen Ozean-Liner im Sturm. Hin- und herschlingernd erschrak er, dass die Kommandobrücke nicht besetzt war. Der Traum sollte eine tiefe Bedeutung haben. Die junge Pfingstbewegung war ein Schiff unter Volldampf. Ein Heer junger Evangelisten stürmten mit der Fackel des Evangeliums vorwärts. Aber nun bedurfte es der Ausgewogenheit und Führung im unruhigen Gewässer des Spektakulären. Auf der Überfahrt nach Australien schrieb Donald ein Manuskript über das ihm aufgetragene Thema: "Über die geistlichen Gaben." Bücher mit diesem und andern Themen -wie Pfingsten, Die Früchte des Geistes, Gottes grosse Gnade und viele andere mehr- sollten bahnbrechende Wirkung haben, Es gab wohl keine pfingstliche Zeitschrift rund um die Welt, die nicht Beiträge von ihm veröffentlichten. Als überragender Lehrer wurde er einer der ersten Männer der Pfingstbewegung und als solcher auch Herausgeber von WORLD PENTECOST im Auftrag der Weltpfingstkonferenz. Auf der Kommandobrücke, wo er auch Lehrer erwartete, war er nie abgehoben. Er wusste sehr wohl um die Dienste an den Dampfkesseln. Es war ihm klar: "Lehrer sind nicht gefragt, ohne dass Evangelisten ihren Dienst ausführen und Propheten unsere Herzen mit feurigen Botschaften aus der Höhe erwecken." Klarheit, Transparenz und geistliche Wärme waren seine Markenzeichen, gerade auch, wenn er die Geistestaufe biblisch begründete. Man nannte diesen Mann voll Weisheit und Vollmacht "Apostel of Balance".



"Durch den Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen" (Hebr. 11,3) . Der Raum ist zu eng, um mit der "Wolke von Zeugen" fortzufahren. Die unvergesslichen Missionspioniere William Burton und Harold Horton. Männer wie Jonathan Paul, Erwin Lorenz, Hermann Dittert, Karl Fix, Leonhard Steiner. Frauen wie Pulli Wigglesworth und viele andere. Alle Bahnbrecher der Pfingstbewegung in Europa. Wir tun gut daran, das Wort des Herrn zu beachten: "So spricht der Herr, Tretet hin und schaut nach den Wegen der Vorzeit, und wandelt darin!" Jer. 6,16