Was heisst eigentlich "ich glaube"?

"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen." 1 Kor 13,13
Drei Zentralbegriffe vom Bleibenden und Grössten – und viel Konfusion. Klärung ist absolut notwendig. Wir beginnen mit dem ersten Thema: "Was heisst eigentlich 'Ich glaube'"? (Kann als Flyer bezogen werden.)


Das Buch habe – nicht zuletzt wegen Internet – ausgedient. Sagt man. Und dann bist Du mal in einem öffentlichen Bad, und rundum liegen Zeitgenossen auf Rücken und Bauch - und lesen Jeder Fünfte, sagen Umfragen, liest praktisch täglich in einem Buch.

Jedes Jahr erscheinen davon 50 000 neue, von tausend mal tausend Autoren. Aber es gibt nur
ein Buch, dessen Autor Gott selbst ist: die Bibel. Sie beantwortet Grundfragen jedes denkenden Menschen. Woher kommen wir, wohin gehen wir, wozu sind wir da? Mit im Zentrum, zum Grössten und Bleibenden steht der Glaube! Umso mehr muss klar sein, was die Bibel darunter versteht.

Wir kennen den Urtext der Bibel in drei Sprachen. Glaube heisst in hebräisch "aman", und bedeutet unerschütterlich an jemanden fest halten. Das griechische "pisteuein": vertrauen, seine Existenz anbinden. Das lateinische "credere": sein Herz auf etwas setzen. Und übrigens auf deutsch: glouben, geloben, verloben, für lieb halten. Beim Glauben in der Heiligen Schrift geht es nicht um Religion, Gutsein, getauft sein, sondern um eine persönliche Liebes-Beziehung zu Christus und damit zum himmlischen Vater.

Damit sind wir im Herzen des Evangeliums, dem grossartigen Angebot Gottes: Heimkehr an das Herz Gottes durch Jesus Christus. Man kann ihn den idealen Menschen nennen, mit höchster Ethik, der einzigartige Lehrer und Wohltäter. Aber er ist viel mehr: Er ist der Sohn Gottes, um uns Menschen zum Vater heimzubringen. Wie zentral das ist, erkennen Sie in biblischen Aussagen wie

"Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben" Joh 1,11-13.
"So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben" Joh 3,15.16.

Glaube ist weder dem Baby in die Wiege gelegt, noch ist es eine Alterserscheinung. Man muss zum Glauben kommen! Es führen viele Wege nach Rom, aber nur einer zum biblischen Glauben mit drei Stationen:

1. Kein Glaube ohne Christus-Begegnung. Klar, eine persönliche Beziehung setzt Begegnung voraus. Gottes-, Christusbegegnungen können Antwort auf das Suchen des Menschen sein. Und sie können ungesucht und ungefragt geschehen. "Adam, wo bist du?" hört der erste Mensch Gottes unmissverständliche Stimme. "Mose, Mose!" schallt es dem Hirten in der Wüste aus dem brennenden Busch entgegen. "Saul, Saul, was verfolgst du mich?" vernimmt Saul plötzlich vor den Mauern von Damaskus und: "Ich bin Jesus, den du verfolgst!"

Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene "begegnet" uns auf vielen Kanälen, unausweichlich. In grossen Lettern an Plakatwänden, in der Bibel, die auf dem Nachttisch liegen kann, in einer Evangelisation, in einer Fernsehsendung. Durch Menschen, die bezeugen, wie sie durch eine Christus-Begegnung zum Glauben gefunden haben.

2. Kein Glaube ohne Entscheidung. Es gibt keine Verlobung ohne Entscheidung. Man kann niemandem "das Herz schenken", ohne Entscheidung. Und es gibt keinen Glauben ohne Entscheidung. Die Jesus-Begegnung stellt in die Entscheidung, Ja oder Nein – Neutralität gibt es nicht!

3. Kein Glaube ohne Gemeinschaft. Das Ja am Traualtar ist der Anfang einer lebenslangen Ehegemeinschaft. Mit dem Ja zu Christus beginnt eine tägliche Gemeinschaft mit ihm für Zeit und Ewigkeit. Jesu Einladung zur Entscheidung ist unzertrennbar verbunden mit seinem "Folge mir nach!" Das Entweder-Oder ist auch hier klar: "Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit" 1 Joh 1,7.

"Glaube" schwimmt nicht wie ein Fettbläschen über unserer menschlichen Existenz. Jesus tritt mitten unter die Menschen. Zentraler Inhalt seiner Botschaft wird sofort klar: "Tut Busse und glaubet an das Evangelium!" Diese Busse – griech. metanoia – hat nichts zu tun mit büssen oder menschlicher Leistung. Metanoia wird zur gottgeschenkten totalen "Umsinnung". Glaube öffnet das Tor zur Wiedergeburt, zum neuen Menschen - und den unermesslich herrlichen Segnungen Gottes.

Und Nichtglauben? Nichts wird in der Heiligen Schrift dramatischer dargestellt. "Ohne Christus, ohne Gott, ohne Hoffnung" - bleibt der eiskalte Zustand des Unglaubens. Glaube ist herzliche Einladung Gottes, aber auch der einzige Weg zur Errettung: "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm" Joh 3,36. Und: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verurteilt werden" Mk 16