Beteiligung Pfingstlicher Kreise an der Ökumene

Eine Stellungnahme
D.B.:

"Mich befremdet, wenn ich höre, dass gewisse Pfingstkreise mit der Ökumene mitmachen.
Haben Sie dafür eine Erklärung?"
Eine Stellungnahme
D.B.:

"Mich befremdet, wenn ich höre, dass gewisse Pfingstkreise mit der Ökumene mitmachen.
Haben Sie dafür eine Erklärung?"

Jakob Zopfi:

"Ich war über dreissig Jahre in leitenden Verantwortungen in der Schweizerischen Pfingstmission, im Bund Pfingstlicher Freikirchen, in der Pentecostal Europeen Fellowship (mit 80 Leitern von Pfingstbewegung praktisch aller europäischen Länder), war Sekretär der Weltpfingst-Konferenz und Chefredaktor der Monatschrift WORT und GEIST Schweiz/Deutschland/Österreich.
Nie hätte ich festgestellt, dass "gewisse Pfingstkreise mit der Ökumene mitmachten".

Nun zählt die weltweite Pfingstbewegung über 300 Millionen Zugehörige, mit Zehntausenden von Pastoren. Natürlich kann es da vorkommen, dass hier und dort ein pfingstlicher Theologe, oder auch einmal eine Pfingstbewegung, in Kontakt mit ökumenischen Einrichtungen steht.

So weiss ich z.B., dass die bulgarische Pfingstbewegung Einsitz nahm in die Konferenz europäischer Kirchen, nachdem unter orthodoxer Federführung landweit eine Hetze gegen sie instrumentalisiert wurde, man den Sohn des Vorsitzenden entführte und mehrmals in die Zentrale in Sofia eingebrochen wurde. Die Zugehörigkeit zur KEK gibt den Zehntausenden von Pfingstlern in diesem Land einen gewissen Schutz, ohne dass sie deswegen auch nur ein Yota von der klaren Linie des Evangeliums abgerückt wären.

Oder in unserem Land:
War es denn falsch, dass wir als Freikirchen mit 15 Kirchen Einsitz nahmen in den ESE-Verein, ohne den die Expo.02 mit uns überhaupt nicht verhandelt hätte?
Übrigens: nun singen Chöre das Evangelium am Pfingsttag an der Expo, während wir am grossen Projekt der Kirchen "Un ange passe" nicht mitmachen, weil es das Evangelium nicht klar verkündet.


Ich frage mich schon zwei Dinge:

1. Warum diese übertriebene Berührungsangst?
Wir sind nicht von aber wir sind in der Welt.
Jesus, die Apostel, Paulus - sie alle hatten keine Berührungsängste mit dem Tempel, den Pharisäern, den Sadduzäern, machten aber immer klar Schiff!

und 2. Warum diese masslose Aufbauschung?
Beispiel: Seit 1972 gibt es den sog. Roman Catholic/Pentecostal Dialogue. Da sitzen Professoren und Theologen zusammen und diskutieren, wie die Katholiken und wie die Pfingstler gewisse Dinge sehen. Ein BFP-Pastor, Gerhard Bially und ein Jesuit veröffentlichten in privater Initiative theologische Papiere, die in diesen Treffen erarbeitet wurden.
Der erste Satz ihres Vorwortes lautet: "Die wenigsten wissen davon…". Das ist so.

Persönlich ist mir dieser Dialog bekannt, ohne dass ich von den theologischen Papieren Notiz genommen hätte. Immerhin wurde ich von einem Konstrukt von Lügen verleumdet, Geheimverhandlungen hätten zu grosser Übereinstimmung zwischen der Pfingstbewegung und dem Vatikan geführt, und ich hätte die SPM und die Europäische Pfingstbewegung mit dieser Geheimhaltung betrogen.

Gewiss, die Endzeit ist eine Zeit der Verführung. Ich hoffe sehr, dass die Pfingstbewegung der Ökumene gegenüber die klare Linie einbehält, die sie in hundert Jahren eingenommen hat.