März 2008 Padre Pio März 2008 Padre Pio

Exhumierter Heiliger
Der Nationalheilige Padre Pio, einer der 482 von Johannes Paul II. Heiliggesprochenen, wurde 40 Jahre nach seinem Tod in Anwesenheit des vom Vatikan delegierten Erzbischof Domenico Umberto D'Ambrosio ausgegraben, um in einem Sarg mit Glasdeckel für den Pilgerstrom im Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo ausgestellt zu werden, einem der grössten Wallfahrtsorte Europas – zwar nur mit 27 000 Einwohnern, aber 200 Hotels und 250 Restaurants.

Der Kapuzinermönch Padre Pio, den laut Demoskopen die Hälfte der Italiener in Notlagen um Hilfe anrufen, ist ein Heiliger nach dem Ritus der röm.-kath. Kirche. Immerhin, Kinn, Bart und Fingernägel seien gut erhalten. Von den Wundemalen an den Händen, die in fingerlosen Handschuhen stecken, sei allerdings nichts zu sehen. Dagegen der Schädelknochen, was das heilige Antlitz doch etwas gruselig machen dürfte.

Heilige nach der Schrift sehen völlig anders aus. Auch sie gehen durch's Grab – durch das Wassergrab der Taufe: "Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, gleichwie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln" Röm 6,3.4. Kein Mensch wird Heiliger durch eigenes Vorbild oder Werk. Heilige werden allein durch die Nägelmale Christi, die nie verbleichen. Christus ist ihre Heiligung (1 Kor 1,30). Und so schreibt Paulus an "alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen, die in Rom sind" und in Korinth, und an "alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind". Heilige sind alle wiedergeborenen Christen, und sind damit das Licht der Welt. Darum, ihr Heiligen in Moskau, Berlin, Peking - und Zürich und Bümplitz: Wummert nicht nur als Glühwürmchen, sondern strahlt als Heilige und "als Himmelslichter inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts!" Phil. 2,16.