Juli 2008 Wenn die Wetter Gottes flammen - Minarette – Vorbilder

Aufrüstung - Wenn die Wetter Gottes flammen
Die bereits an tausenden von Kampfjets und Jagdbombern, Panzern, Kriegsschiffen, Raketen und Milllionenheeren von Soldaten waffenstarrende Welt rüstet weiter auf. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri stiegen die Rüstungsausgaben 2007 um rund sechs Prozent auf 1,34 Billionen (eintausenddreihundertvierzig Milliarden) Dollar. Fieberhaft werden in Waffenschmieden von neuen Kampfrobotern bis zu Tarnkappen-Kampfjets gerüstet. Aufhorchen lässt eine Bemerkung Schimon Peres in seiner Rede zum 60jährigen Bestehen Israels: "In diesem Augenblick arbeiten Wissenschaftler an neuen Mitteln zur Kriegsführung. Sie haben keine Vorstellung davon, wie stark die israelische Armee ist. Bislang haben wir nicht auf diese Mittel zurückgegriffen. Aber sie existieren."

Die Kanonen sind geladen. Dass die Welt in einer Reihe von Krisen haarscharf am Abgrund eines Atomkriegs vorbeischlitterte – Korea, Kuba, China, Israel (Jom Kippur) u.a. –, zeigt die tödliche Gefahr von tausenden von nuklearen Sprengköpfen, die in den Bunkern der Atommächte lagern. Dazu kommt die Dunkelziffer des Schwarzmarkts des Schreckens einer Atommafia, die nicht nur aus Pakistan, Libyen und Nordkorea kommt. Selbst in der Schweiz wundert man sich über 30 000 Dokumente, die klammheimlich geschreddert wurden.

Unüberhörbar ist das Säbelrasseln um die iranische Atombombe. Israel, das mit deren Fertigstellung bereits auf 2009 rechnet, dessen Kampfbomber 1981 die irakischen und 2007 die syrischen Atomanlagen vernichtete, erklärt: "Israel wird nicht tatenlos zusehen, wie Iran eine Atombombe baut. Wenn nötig, werden wir Gewalt anwenden". Irans Präsident Ahmadinejad kontert: "Noch bevor die Feinde den Finger am Abzug haben, werden die Streitkräfte ihre Hände abgeschnitten haben." Und meint damit die Vernichtung Israels.

Es ist Endzeit. Noch muss der Nahe Osten nicht in Flammen aufgehen. Bald kann sich zeigen, ob Entwicklungen wie die Gründung der Mittelmeer-Union den gepanzerten Kontrahenten für den viel beschworenen und auch verheissenen Frieden noch in die Arme fallen. Aber auch dann wird es ein kurzer Scheinfriede sein. Vor 4000 Jahren liess Gott Mose wissen: "Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von grosser Gnade und Treue" (2 Mo 34.6). So lässt er die weltweiten Orgien der Gottlosigkeit austoben. Laut dem letzten Buch registriert er aber auch präzise: "Ihre Sünden reichen bis an den Himmel und Gott denkt an ihren Frevel" (Offb 18,5). Und: "Die Schalen des Zornes Gottes sind randvoll" (Offb 15,7). Sie werden auf die Menschheit mit weltweiten apokalyptischen Gerichten ausgegossen mit Folgen, die jede Vorstellung übersteigt. Die Gemeinde Jesu ist aufgerufen: "Sehet auf und erhebet eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!" (Lk 21,28). Mehr denn je soll sie bewusst singen:

Wenn die Wetter Gottes flammen in dem grossen Weltenbrand,
und Gott seinen Feinden zuruft: "Weichet fort".
Aber freundlich denen nahet, die da stehn zur rechten Hand,
und der Herr die Seinen rufet, bin ich dort.


Minarett-Initiative
Die von einem "Egerkinger Komitee" mit 114 895 eingereichte Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten" wurde vom Bundesrat in ungewohnter Eile in Bausch und Bogen verworfen. Aus Sorge, sie könnte gegen eine Minderheit gerichtet sein und aus Sorge, den Religionsfrieden zu gefährden. Dabei ist die Nichtzulassung von Minaretten im Vergleich zur Unfreiheit und Bedrängnis von Nicht-Muslimen in islamischen Ländern in der ganzen Welt geradezu eine Bagatelle.

Dazu zwei Bemerkungen:
Wenn der Bundesrat befürchten muss, dass die Antwort des Islams auch bei uns Terror sein kann, wäre es umso angebrachter, die Muslime in unserem Land – und ebenso die internationalen Islam-Organisationen! – auf die eisernen Einschränkungen und bitteren Verfolgungen unserer christlichen Brüder und Schwestern in ihren Ländern ebenso entschieden hinzuweisen. Dies ist von unserer Landesregierung zu erwarten, aber auch in Erklärungen der kirchlichen Organisationen und in Diskussionen in Fernsehen, Radio und Presse.

(Dazu auch der Text des Flyers "Der Streit um Minarette" in der Rubrik "Zeitgeschehen.")



Vorbilder: Ein General geht.
Der Wirbel um ein Strafverfahren wegen Nötigung und Belästigung seiner Ex-Partnerin im Zusammenhang mit Sex-Inseraten zwang den im Juni 2007 vom Bundesrat gewählten Armeechef im Juli 2008 zum Rücktritt. Nicht etwa wegen seiner ominösen Verstrickungen, sondern weil er im Stress unbesonnen gehandelt habe, und als solcher den Soldaten der Kampfjets, Kanonen und Bajonetts nicht vorgesetzt werden könne.

Dazu zwei Bemerkungen:
Korpskommandant Roland Nef verwahrte sich, sein Privatleben gehe allesamt gar nichts an. Bundesrat Pascal Couchpin sekundierte: Höchstpersönliche Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hätten in der Tat beim Arbeitgeber und in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Recht hat der Bundesrat, wenn er grosse Heuchler in dieser Geschichte sieht: Immerhin gebe es Zeitungen, die ihre Auflage täglich mit Sex aufblähten – und plötzlich seien sie moralisch empört. Das Label "Privat" kann aber wohl doch kein Persilschein sein. Gerade höchste Staatsämter haben prägenden Vorbildcharakter. So ist es auch nicht gleichgültig, wenn ein Präsident der Bundesversammlung mit seinem schwulen Partner vor der ganzen Nation erscheint.

Auch Jünger Jesu haben eine Privatsphäre, und sei es im Stillen Kämmerlein. Vor allem aber sind sie Vorbilder. Für sie gilt: "So seid nun Gottes Nachfolger als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus euch geliebt. Hurerei aber und alle Unreinigkeit und Habsucht werde unter euch nicht einmal genannt, wie es sich Heiligen geziemt, auch nicht schändliche Worte und törichtes Geschwätz oder Scherze, was sich nicht gebührt“ Eph 5,1-4. Und: "Sei ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Reinheit" 1 Tim 4,12.