Dezember 2008 Reiche der Welt, aufregender als das Reich Gottes?

Über Monate hielt der Wahlkampf in 50 US-Bundesstaaten um die US-Präsidentschaft mit fetten Schlagzeilen und lautem medialen Gedröhn die Welt in Atem. Bis endlich frenetisch umjubelt– bei gleichzeitiger vernichtender Unisono-Schelte über G.W. Bush – Barack Obama als Sieger hervorging. – In Kleinformat ging's in der Schweiz kaum weniger hart und gehässig zu, als nach hitzigen Debatten, begleitet von Seilschaften der Hinterzimmer und Nacht der langen Messer schliesslich mit Foto-Finish von der Vereinigten Bundesversammlung Ueli Maurer zum Bundesrat erkürt wurde.

Wer da regiert, kann uns nicht gleichgültig sein. Die Herausforderungen sind gross: Finanzkrise, Massenarbeitslosigkeit, Altersvorsorge, EU, soziale Gerechtigkeit, Erderwärmung, Steuerpolitik usw. Die Tüchtigsten sind also gefragt. Und diese machen Versprechungen, erklären Ziele, formulieren Regierungserklärungen, wohl beobachtet, ob sie darin erfolgreich sind. Schon jetzt wird bang gefragt, ob Barack Obama die proklamierten Hoffnungen erfüllen könne. Und Ueli wird lauthals gedroht, schon in drei Jahren in die Wüste geschickt zu werden, sollte er nicht flott spuren.

Zwei Bemerkungen:
Zum einen: Wie sieht dies wohl Gott? Den grössten Harst der Prominenten kümmert das wenig. Meistens schweigen sie dazu. Und wenn sie reden, hätten sie besser geschwiegen. So Barack Obama in seinem Kapitel "Glauben" in "Hoffnung wagen" – We can! – Ueli Maurer, mehrere Jahre Sonntagschullehrer, glaube nicht an Gott, aber an "höhere Mächte und Kräfte" und an das "positive Denken aus der christlichen Religion." – Noch ein politisches Schwergewicht hat sich geoutet, der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt in "Ausser Dienst" im Kapitel "Religion, Vernunft und Gewissen." Das Unservater, wunderbar. Beten aber? Ein Leben lang nein. Christ, Muslim, Hindu, Jude, Buddhist, Agnostiker, Atheist – alles Menschenwerk –, bitte gegenseitige Toleranz und Respekt. "So wahr mir Gott helfe" – ein feierlicher Zauber. Vom Entscheidenden, von Christus, kein Wort. – Washington, Berlin und Bern sollten die Gläubigen nicht aufregen, vielmehr die Wand, an der Gottes Finger schreibt: "Mene, Mene, Tekel, U-pharsin. Gewogen und zu leicht gefunden."

Zum andern:
Im Reich Gottes sind Männer im "Regiment", tragen für Gottes Volk Verantwortung. Nicht weltlich, aber geistlich. Kümmert es uns leidenschaftlich, welche Ziele Gemeindepastoren von Gott empfangen haben und ob wir sie als Gemeinde erreichen? Hält es uns in Atem, wer Bewegungen präsidiert und wie sie die Armee Gottes im Kampf führen? Brennt das geistliche Feuer im Freikirchenverband, in der Evangelischen Allianz? Macht's irgend etwas aus, dass der neue Präses der Deutschen Pfingstbewegung Roman Siewert heisst? Und die Welt? Weltkonferenz Stockholm 2010 – irgendwelche Erwartung? 

Der Reformator John Knox betete: "Herr, gib mir Schottland, oder ich sterbe!" Dieses Feuer muss brennen. Auf allen Stufen!