Mai 2008 Wenn die Erde bebt...

Wenn die Erde bebt...
In der Nacht
vom 3. Mai raste der tropische Zyklon "Nargis" mit bis zu 230 km Geschwindigkeit als mörderische Sturmflut über das fruchtbare Irrawaddy-Delta Burmas. Er hinterliess eine apokalyptische Landschaft "wie beim Weltuntergang" mit mehr als 100 000 Toten und zwei Millionen Burmesen, die ihr Hab und Gut verloren hatten. Mittendrin das fahle Grauen vor Seuchen und Hunger, nachdem die Reispflanzungen kurz vor ihrer Ernte vom Salzwasser vernichtet wurde.

Montag, den 14. Mai, bebte in der chinesischen Provinz Sichuan um 14.28 Uhr drei Minuten lang ein Erdbeben der Stärke 8,0. Es begrub ganze Landstriche mit Dörfern, Städten und ihren Bewohnern unter seinen Geröllmassen. 55 000 Tote sind zu beklagen, dazu 25 000 Vermisste. 5,5 Millionen haben kein Dach mehr über dem Kopf, Felder, Fabriken, Strassen, Kankenhäuser, Schulen und Tempel sind zerstört. Bauern halten Pappschilder hoch: "Wir brauchen Wasser, wir brauchen Essen!" Zehntausende sind auf der Flucht in die Berge.

Zahlen und Fakten allein lassen Leid, Entsetzen und Grauen nicht wirklich ermessen. Es sind viel mehr die Schreie der Kinder nach ihren toten Eltern – live am Fernsehen –, die herzzerreissenden Klagen der Mütter und Väter, die ihre Männer, Frauen und Kinder zu Zehntausenden unter den Trümmern wissen, die erschüttern. Dazu sind die Gesichter gezeichnet von Angst, was kommen wird.

Es sind schwarze Zeichen an der Wand, Szenarien, die auf die ganze Welt zukommen. Gott selbst lässt den Propheten Johannes in der Offenbarung weltumspannende Beben voraussagen, die unsere Zeit betreffen. Sie werden Sonne und Mond verfinstern, Berge und Inseln wegbewegen, gefolgt von Seuchen und Hunger. Aber auch das ist vorausgesagt: "Die Leute, die nicht getötet werden von diesen Plagen, tun nicht Busse für die Werke ihrer Hände, dass sie nicht anbeten die Dämonen und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch gehen können." Und so hallt denn der Ruf Jesu an der eingestürzten Mauer von Siloah weiter durch die Welt: "Ich sage: Wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auch so umkommen" Lk 13,4.