Februar 2009 Für und Wider Papst Benedikt XVI

Dass Papst Benedikt XVI um die notorische Leugnung des Holocausts durch einen der vier Anhänger des 1988 exkommunizierten Erzbischof Marcel Levebres nicht wusste, ist schwer verständlich. Seine immer wieder gemachten positiven Äusserungen zum Judentum – auch über den Holocaust –, wie auch seine unbestreitbare Integrität lassen aber daran nicht zweifeln. Die päpstliche Unfehlbarkeit, die sich ausschliesslich auf ex cathedra verkündete Dogmen bezieht, hat damit nichts zu tun. Der Sturm, der ihn umtobenden Medienhetze, ist bösartig und oberflächlich.

Wo wir mit dem Papst einig sind

Mit grossem Respekt nehmen wir gerne wahr, dass Benedikt XVI wider allen Zeitgeist Positionen vertritt, die biblisch begründet und damit auch die unsrigen sind: 
 
Gebet für die Juden: Benedikt führte entgegen dem Vatikanischen Konzil ein Gebet wieder ein: "...dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Retter aller Menschen. Gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle der Völker in deine Kirche ganz Israel gerettet wird."  

Mohammed: In seiner "Regensburger Rede" zitierte Benedikt: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten." 

Interreligiöser Dialog sei "im engen Wortsinn nicht möglich, es gebe keinen wahren Dialog, ohne den eigenen Glauben auszuklammern". 

Feminismus: Benedikt wendet sich gegen die "Gender Theorien" und tritt in aller Schärfe dafür ein, "dass die Ordnung der Schöpfung bewahrt werde. Wer die Natur des menschlichen Wesens als Mann und Frau in Frage stelle, stelle die Ehe als lebenslange Verbindung von Mann und Frau in Frage". 

Sünde und Gnade müsse auch heute beim Namen genannt werden.

Abtreibung und aktive Sterbehilfe: "Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende."

Diese Positionen vertritt der Papst nicht hinter Vatikanmauern, sondern in weltweiter Öffentlichkeit, vor religiösen Führern, Politikern, Diplomaten, Medien und internationalen Organisationen. Beissende Kritik übergiesst sich über ihn: Himmelskomiker, zeit- und weltfremd, scheinheilig, perfider Spalter, Hetzer usw.
Diese Kritik entlarvt ihre Fratze selbst.

Wo wir dem Papst widersprechen
Wenn er die röm.-kath. Kirche ausschliesslich als die eine, auf die Apostel zurückgehende SANCTA CATHOLICA ECCLESIA erklärt. - Dem widersprechen wir: Die apostolische Sukzession der römischen Priesterschaft – mit dem Gipfel des Papsttums – ist eine verhängnisvolle Irrlehre. Nicht minder verhängnisvoll die Irrehre und Praxis, Babys durch die römischen Sakramente Gotteskindschaft inklusive Vergebung, Erlösung, Wiedergeburt, Geistestaufe zuzusprechen.

Wenn er die Pfingstbewegung als "Flüchtlinge in eine nach ihren Bedürfnissen rein menschlich strukturierte Organisation" bezeichnet, "in eines der Jesus-Projekte, die sich religiös gebärden mögen, in der Substanz aber atheistisch sind". Und hinzufügt: "Wo das Charismatische eines nichtkatholischen Ursprungs und nicht in Verbindung mit der römischen Kirche sei, werde es zum Pfingstlertum, Fundamentalismus, Esoterismus und Sektierertum."

Wo der Papst biblische Positionen vertritt, haben wir an jeder Verunglimpfung keinen Anteil, ganz im Gegenteil. Wo er aber wider die Schrift aussagt, widersprechen wir ihm in aller Deutlichkeit. Auch wenn's ans Eingemachte geht.