Januar 2008 Kuschen um die Minarett-Initiative

Kuschen um die Minarett-Inititaive
Zum Austausch diplomatischer Noten kam es durch die Vorladung des Schweizer Botschafters in Riad/Saudi-Arabien. Anlass war das Befremden der mächtigen Organisation Islamischer Staaten OIC, der 57 Mitgliedstaaten mit 1,4 Milliarden Muslimen anTrotzgehören, über die Initiative in der Schweiz, den Bau von Minaretten zu verbieten. Dies werde als Bedrohung ihrer Religionsfreiheit registriert.

Hut ab vor der Vehemenz, mit der die Muslime für ihren Glauben eintreten, so unverfroren dies angesichts der eigenen Intoleranz den christlichen Gläubigen gegenüber auch geschieht. Zwar haben die meisten islamischen Nationen Menschenrechtserklärungen unterzeichnet. Sie stehen für Millionen, vor allem auf dem Papier. Denn Menschenrechte können in islamischen Ländern nur im Rahmen der im Koran und dem islamischen Gesetz festgelegten Gebote – Shari'a – gewährt und eingefordert werden. Damit wird es für Gläubige christlichen Bekenntnisses sehr eng. Eine Ehe zwischen einer muslimischen Frau und einem christlichen Mann ist nur möglich, wenn der Mann zum Islam konvertiert. Kinder werden gezwungen, Muslime zu werden. Es gibt vielfache Benachteiligungen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt. Das Verbreiten von Bibeln kann hochgefährlich sein. Christliche Gotteshäuser zu errichten ist durch viele Auflagen so erschwert, dass es nahezu eine Unmöglichkeit ist. Enger wird es noch für Muslime. Eine Bekehrung zum christlichen Glauben bedeutet Apostasie (Abfall vom Islam), Staats- und Landesverrat. Da droht bei einer ordentlichen Gerichtsverhandlung oder durch Selbstjustiz muslimischer Nachbarn die Todesstrafe.


Man kann über die Minarett-Initiative geteilter Meinung sein. So bemühen sich SEA und Freikirchenverband bei den Initianten, sie zurückzuziehen. Das EDA beschwichtigte in Riad, es hätten sich Bundesräte, Parteien und Verbände zu ihr kritisch geäussert. Das ist korrekt. Mohammedanische Verärgerung kann zudem blutig folgenreich sein. Muss die Schweiz aber vor der Intoleranz, die bis zu bitterer Verfolgung reichen kann, kuschen?