Heimatlosigkeit - und Heimat

45 Millionen Heimatlose
Namen Shatila, Dadaab, Saatari stehen für hunderte von Flüchtlingslagern rund um die Welt. Shatila im Libanon mit 20 000 Flüchtlingen, entstanden schon 1948; Dadaab in Kenya mit einer halben Million Vertriebenen; Saatari für ebenfalls einer halben Million Flüchtlingen aus Syrien. Die Kette ist lang, sie reisst nicht ab. Zurzeit sind 45 Millionen auf der Flucht in die Heimatlosigkeit. Vertrieben von Kriegen, gejagt aus religiösem Fanatismus, entronnen aus Naturkatastrophen. Hundertfünfzig und jede Menge mehr Hilforganisationen kümmern sich um sie. Ärzte ohne Grenzen, Elektriker ohne Grenzen, Gynäkologen ohne Grenzen. Und doch Elend ohne Grenzen. Verlust von Haus, Hof und Heimat bedeutet wohnen in Zelten und Containern, oft ohne medizinische Versorgung, gepeinigt von Krankheiten, Infektionen, Epidemien wie Malaria u.a. Dazu oft unter brennender Sonne, im Wüstensand, dem selbst Skorpione fliehen. Mangel an Wasser und Nahrung. Oft gehasst, hinter Stacheldraht, von marodierenden kriminellen Banden geplagt. "Weh dem, der keine Heimat hat" (Nietzsche). Wann wird das enden. Wann?

Heimatlos drüben
Bei allem: Es gibt eine tausendmal unheimlichere Heimatlosigkeit. Jesus illustriert sie: Ein Gardarener ist von einer Legion Dämonen besessen. Jesus treibt sie von ihm aus. Die sind heimatlos, wollen wohnen und flehen: "Lass uns in die Schweine fahren." Er lässt es zu. Die Herde von 2000 Sauen stürzt sich über einen Abhang in den See.- Jesus erklärt: "Der unreine Geist fährt aus einem Menschen aus, durchwandert dürre Gegenden, sucht Ruhe und findet sie nicht. Da kehrt zurück zu dem Menschen, dringt in ihn um zu wohnen Mt 12,43-45. Wir hören es drastisch schon im Alten Testament: "Verflucht ist der Mensch, der mit seinem Herzen von Gott weicht. Er ist wie ein Dornstrauch, bleibt in der Dürre der Wüste wo niemand wohnt" Jer 17,5.6 Shatila, Dadaab, Sataari, Namen des Schreckens für diese unsere Welt. Um Himmels willen nicht überhören: Orte ewiger Heimatlosigkeit nennt die Bibel Abgrund, Hades, Totenreich - Hölle.

Gott - ein wohnender Gott
Gott ist in seinem ganzen Wesen ein wohnender Gott. Wohnen - 500mal finden wir dieses Wort in der Heiligen Schrift. Jedes Kind weiss es: Gott wohnt im Himmel. Und die Bibel sagt es hundertmal: "Die Könige der Erde lehnen sich auf, halten Rat gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Aber der ihm Himmel wohnt, lacht, der Herr spottet über sie" Psalm 2. Was nicht jedes Kind weiss und in Gottes Absichten zentral ist: Er will wohnen unter uns Menschen. Gott ruft sein Volk auf: "Ich will inmiten der Kinder Israel wohnen und ihr Gott sein" 2 Mo29,45. Jesus verheisst seinen Jüngern: "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen." Das ist jetzt! Und für das Kommende: "Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten..., dann werde ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit wo ich bin, auch ihr sein könnt" Joh 14,23. Jesus spricht vom Haus, vom Reich Gottes, von Heimat, Paradies, Himmel, vom neuen, himmlischen Jerusalem: Eine "Stadt" mit Perlentoren, Strassen von Gold. 2500 km lang, breit und hoch - eine Grundfläche von 4,8 Millionen km2 erstrahlt in der Farbenpracht schönster "Diamanten". Weder Meer, Sonne, Mond und Sterne sind da - sondern die Stadt mit dem Thron Gottes, mit Vater, Sohn und Heiligem Geist erstrahlt im weissen Licht der Herrlichkeit. Myriaden Engel und Erlöste - Heimat von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Himmel oder Hölle! Der Hebräerbrief ruft auf: "Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der redet. Denn wenn jene nicht entflohen sind, die den abwiesen, der auf Erden redete, wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel redet" Hebr 12,25. Da haben unsere Alten gesungen:

"O welch Wunder hat Gott in mir gnädig vollbracht, seit Jesus im Herzen mir wohnt!
Alles Sehnen gestillt und vorbei ist die Nacht, seit Jesus im Herzen mir wohnt!
Seit Jesus im Herzen mir wohnt, hab ich Freden und Freud, o welch seliges Heut,
seit Jesus im Herzen mir wohnt!"