Andachten

1 Nur wer glaubt, bleibt
Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. Jes 7,9

Was kann Ahab, der König des Südreiches Juda dafür, dass zwei Könige ihn
und Jerusalem gepanzert angreifen. Nichts. Einfach: "Es begab sich zu der
Zeit..." Aber er stand mit hoher Berufung am Anfang seiner Königsherrschaft,
und Gott unterzieht ihn einer Glaubensprüfung.. "Da bebte ihm das Herz und
das Herz seines Volkes, wie die Bäume im Walde beben vom Winde." Es kam noch
dicker. Gott lässt ihm durch Jesaja ausrichten: "Hüte dich und bleibe still;
fürchte dich nicht und dein Herz sei unverzagt." Darum ging es jetzt:
"Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht." Oder, so wörtlich "...so bleibt
ihr nicht betreut."

Glaube ist ein "Sprung", aber nicht ein Sprung ins Leere, sondern ein Sprung
auf einen festen Grund. Und welchen Felsengrund hatte der junge König! Er
wusste sehr wohl um den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wie Gott durch
Mose das Millionenvolk aus dem glühenden Ofen Ägyptens führte. Um seinen
Ahnherrn David, den Mann nach dem Herzen Gottes. Und nicht nur das: Gott,
der Herr sendet einen der grössten Propheten aller Zeiten zu ihm: "So
spricht Gott, der Herr! Keine Angst vor den beiden grossmäuligen Königen,
Ahab! Brandscheite sind sie, die rauchen, mit denen werde ich mit Links
fertig. Glaube nur!"

Ahab machte den Glaubenssprung nicht. Abermals setzte der Herr an: "Ahab,
fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott!" Mit einem frommen Spruch
-Ich wills nicht fordern, damit ich den Herrn nicht versuche- wollte der
sich aus der Affäre ziehen. Aber: "Glaube, dem die Tür versagt, steigt als
Aberglaube' durchs Fenster" (Uhland). Gott akzeptiert die Verwerfung des
Glaubens nicht. Er liess den jungen König fallen. Damit ist sein
unglaublicher Absturz besiegelt. Er liess seinen Sohn durchs Feuer gehen,
demontierte den Tempel und trieb Götzendienst übelster Art. Mit 36 Jahren
starb er. Seine Akte mit vernichtendem Zeugnis war damit für immer
geschlossen.

Wir haben mehr als Ahab. Gott redet "vielfach und auf vielerlei Weise". Er
redet durch das mächtigste Zeichen Jesus Christus. Ohne Glauben ist's
unmöglich, Gott zu gefallen. Unglaube macht Gott zum Lügner. Aber glauben
wir, bleiben wir betreut. Für uns darf es für den heutigen Tag und für immer
nur heissen:

Ja wir wollen durch Glauben Ihn ehren,
unsern Gott, der uns sendet zum Krieg.
Seine Sache ist's uns zu bewahren,
Er führt uns durch Glauben zum Sieg!

Bibellese: Jes 7,1-9


2 Sein Wort muss greifen!
Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wir sie
nennen Immanuel. Jes 7,14

Von den sechseinhalb Milliarden Menschen gehören fünf Milliarden einer der
grossen Religionen an. Milliarden von ihnen verehren eine Unzahl an Göttern,
Dämonen und Halbgöttern. Die alle sind stumm. Es gibt einen Gott, von dem
es heisst: "Und der Herr redete abermals..." Welch ein Gott, der sagen kann:
"Wer hat vorzeiten kundgetan das Künftige? Habe ich's dich nicht schon lange
hören lassen? Ihr seid doch meine Zeugen! " Petrus sagt: "Umso fester haben
wir das prophetische Wort, das da scheint an einem dunklen Ort." Wie
gewaltig ist sein Wort in 66 Büchern, 1189 Kapiteln über 1200 Seiten!

Zu unserem Text: Gott zeigt als Antwort auf Ungehorsam und Abgötterei
Notzeit an. Er pfeift so mächtige Völker wie die Agypter und Assyrer wie
Fliegen und Bienen zum Gericht herbei. Zur Demütigung werden Männern Haupt
und Bart geschert. Im ganzen Land Fluch von Dornen und Disteln. Und mitten
drin eine der mächtigsten Verheissungen: "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger
und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel" - Gott mit uns.

Für damals nicht eine sinnlose Gerichtsanzeige. Vielmehr der Ruf zur Umkehr.
König und Volk wiesen ihn ab. Geschichtlich ist erwiesen, wie Volk und
Völker schliesslich den Gerichtskelch auszutrinken hatten bis zum letzten
Tropfen. Trotzdem schon damals ein Immanuel geboren wurde, von einer Frau,
die zur Zeit der Prophetie noch Jungfrau war.

Als Jesus kam erfüllte sich Jesajas Prophetie für unsere Tage:"Sie (Maria)
wird einen Sohn gebären...er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist
alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten
gesagt hat." Er, der Immanuel, kommt in Jesus von der Linie David,
ausgerüstet mit Heiligem Geist, nimmt die Sünden der Welt auf sich und ist
das helle Licht Israels und der Nationen, die er schliesslich in göttlicher
Allmacht regieren wird.

Ihn müssen wir hören. Das muss greifen mitten in unsere Leben. Wie David in
der Wüste Chaoten für das Davidische Reich sammelte, soll Jesus, unser
David, aus uns Sündern, Dieben, Westerntypen Brüder machen zum Bau seines
Reiches. So soll heute wie bei Blaise Pascal in unserem Rock eingenäht sein:
"Feuer, Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der
Philosophen und Gelehrten. Gewissheit. Gewissheit, Empfindung, Freude,
Friede. Gott Jesu Christi."

Bibellese: Jes 7,10-25


3 Tsunami oder Immanuel?
Denn hier ist Immanuel! Jes 8,10

Am Morgen des 26. Dezember 2004 rast von einem Seebeben ausgelöst eine
riesige Wasserwand mit bis zu 800km Stundengeschwindigkeit auf die
dichtbesetzten schneeweissen Strände der schönsten Eilande Südostasiens zu.
Ein Wort aus dem Japanischen wurde zum Unglückswort: Tsunami. Es meint
Monsterwelle und wurde mit über 200 000 Toten - die Jahrhundert-Katastrophe
planetarischen Ausmasses.

Die ganze Menschheit ist geschockt. Man redet von Apokalyptik, von einer
Katastrophe biblischen Ausmasses. Pfarrer und Bischöfe fragen m Nationalen
Trauertag im Berner Münster: "Warum, Gott? Wo warst du, Gott, als die Fluten
einbrachen?" Und der Schweizer Bundespräsident beruhigt: "Der Schöpfer
straft nicht mit der Natur." Die Bibel weiss es anders. "Der Herr wird
kommen lassen die starken und vielen Wasser..., dass sie über alle ihre
Ränder fluten und über alle ihre Ufer gehen, werden wegschwemmen und
überfluten, bis sie an den Hals reichen."

Szenenwechsel: Noch nie war die Welt so modernisiert, technisiert,
computerisiert wie heute. Und noch nie war die Welt so verschuldet wie
heute. Um Zahlen zu nennen: Staatsschulden Schweiz 105 332 000 000 SFr,
Steigerung in 20 Jahren um 332 %. USA 5 674 178 000 000 $, Steigerung 610
%. Steigerung in Deutschland 636 %. O das bringen wir schon wieder in den
Griff! Proklamieren Politik und Wirtschaft. Die Bibel weiss es anders.
Jesaja muss seinen Sohn als Geissel bitterer Teuerung "Raubebald-Eilebeutel"
nennen, mit dem längsten Namen, den wir in der Bibel finden.

Gewiss, die Prophetien Jesajas betreffen zuerst das damalige Israel und die
damaligen Völker. Nicht nur. Es geschah damals, weil "die Völker toben",
weil Israel "die Wasser von Siloah (Jerusalem) verachtet, die still
dahinfliessen." Und dies geschieht auch heute so. Die Völker toben, als gäbe
es keinen Gott. Jerusalem ist bestenfalls ein Ärgernis. Und dann kommt ein
Tsunami. Und reitet der apokalyptische Reiter das schwarze Pferd der
Teuerung. Lauter kann Gott kaum noch zur Umkehr rufen.

Aber da ist ein Mann, der Gott fürchtet, der sich mit dem Herrn Zebaoth
verschwört. Über den die Hand des Herrn kommt. Dem zugerufen wird: "Hier ist
Immanuel!" Das war damals so. Und ist für unsere Tage noch mehr so. Immanuel
ist der Name unseres Herrn. Welch mächtige Zusage :Hier ist Jesus!

Es gibt keine andere Wahl: Tsunami oder Immanuel! Es soll keine Unklarheit
bestehen, auf welcher Seite wir stehen.

Bibellese: Jes 8,1-15




4 Nimm und trink!
Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt. 2. Petrus 1,3

"Leer steh' ich vor dir, leer sind meine Hände" - so singt die erlöste Gemeinde andächtig. Mir kommt's kaum über die Lippen.

Als wir -endlich- zu Jesus fanden, waren unsere Hände schon gar nicht leer. Sie waren voller Dreck und Unflat. Es brauchte seine am Kreuz durchgrabenen Hände, um sie zu reinigen. Und dann hat er sie überreichlich gefüllt: "Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt... Durch sie sind uns die teuren und allergrössten Verheissungen geschenkt." Wie können wir denn von leeren Händen reden und singen! Gott hat seinem Volk Israel schon geboten, als es die ersten Schritte seiner Heilsgeschichte versuchte: "Erscheint aber nicht mit leeren Händen vor mit!" (2. Mose 23,15).

Es ist eine alttestamentliche Klage. Im berühmten Lied vom Weinberg sagt der Herr: "Nun richtet ihr Bürger zu Jerusalem zwischen mir und meinem Weinberg: 'Was sollte man noch mehr tun, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht?'" (Jesaja 5). Und jetzt ruft's vom Kreuz: "Alles hat uns seine göttliche Kraft geschenkt!" Wie wäre es, wenn der Papa den Kindern täglich vorjammerte: "Ihr armen Wichte!" Oder die Frau dem Mann: "Du bist auch nur ein armer Schlucker und Wandergeselle, gut Nacht, gut Nacht! " Unerträglich! Wie betrüben wir unseren Herrn, der alles für uns bereitet hat, mit unserem Gejammer!

Allerdings: Alle haben "denselben teuren Glauben empfangen"! Was heisst das für den heutigen Tag? Pack es im Glauben, womit unsere Hände gefüllt sind: Mit "Tugend, Erkenntnis, Mässigkeit, Geduld, Frömmigkeit, brüderliche Liebe, Liebe zu allen Menschen. Anteil an der göttlichen Natur." Und das alles reichlich.

Natürlich nicht aus uns. Sondern "geschenkt aus seiner göttlichen Kraft". Wir singen auch: "Trinke von dem Quell lebend'gen Wassers!" Jesus ruft am Laubhüttenfest in die Menge: "Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!" Trinken, das kann schwierig ja nicht sein. Das haben wir schon als Säuglinge ohne jedes Trinkseminare kapiert.- Ich erinnere mich an eine Predigt Donald Gee's, des unvergesslichen grossen englischen Lehrers der ersten Stunde der Pfingstbewegung. Es war im Rittergut in Schaffhausen, als er ein Glas Wasser nahm und dozierte: "Jetzt könnten wir einen wissenschaftlichen Vortrag über das Wasser halten, über seine chemische Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff, wie Wasser zu Dampf wird, dann philosophische und ethische Folgerungen - so lange, bis wir dabei verdursten." Und dann, mit seinem seligen Lachen: "Bruder, Schwester, nimm's doch einfach und trink!"

Bibellese: 2. Petrus 1,1-11




5 Er kommt!
Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet!
2. Petrus 1,12-21

Peter Scholl-Latour, der heute meistgelesene Sachbuchautor, ist dafür bekannt, dass er als Journalist immer vom Schauplatz des Geschehens berichtet. Er behauptet, dass wir von den Medien belogen würden. Gefragt, von welchen, war seine Antwort: "Von allen. Heute wird systematisch und schamlos die Öffentlichkeit irregeführt."

Petrus betont dagegen, dass wir mit dem Wort Gottes um so sicherer sind. Wir sitzen eben gerade nicht irgendwelchen Lügen und ausgeklügelten Fabeln auf, sondern wir haben das prophetische Wort. Damit tappen wir nicht im Dunkeln, sondern wissen und sind gestärkt in der Wahrheit. Die Garantie dafür ist die mächtige Stimme, die er auf dem Berg der Verklärung mit eigenen Ohren hörte: "Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören!" Und so kann er den Satz sagen, den wir alle auswendig wissen sollten: "Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet."

Das prophetische Wort! Gerade auf diesem Gebiet gibt es ein Riesenkonzert verlogener Stimmen. Kaum eine Zeitung, kaum ein Fernsehkanal kommt ohne den Schwindel dubioser Wahrsagereien aus. Nur jede 25. Voraussage trifft ein. Das Wort Gottes ist wahr: Trefferquote 100 %.

Gottes prophetisches Wort enthüllt uns das Gestern. Woher sonst wüssten wir von der Schöpfung, woher wir kommen. Es stellt das Heute ins wahre Licht. Und enthüllt ein mächtiges Panorama von dem, was kommt. Petrus sagt hier, was im Zentrum steht: Das Kommen Jesu in Kraft und Herrlichkeit.

Wir handeln bis Er kommt! Am 19. Mai 1780 war in Neu-England eine totale Sonnenfinsternis. Man glaubte, der Jüngste Tag sei angebrochen. Aufgeregt wollte man im Parlament die gerade laufende Debatte abbrechen. Der Parlamentssprecher aber rief: "Entweder der Herr kommt jetzt oder er kommt noch nicht. Wenn er nicht kommt, gibt es keinen Grund, unsere Debatte abzubrechen. Wenn er aber kommt, will ich, dass er mich bei der Arbeit findet."

Wir tun treu unsere Arbeit. Aber wir achten auch am heutigen Tag darauf: Er kommt in den Wolken mit Posaunenschall. Jesus kommt, Jesus kommt!

Bibellese 2. Petrus 1,12 - 21




6 Bewahre uns vor Abfall!
Der Herr weiss die Frommen aus der Versuchung zu erretten.
2. Petrus 2,9

Nachdem sich mein Vater und mit ihm unsere Familie bekehrt hatte, wurde jeden Morgen die Losung gelesen und knieten wir nieder zum Gebet. Dies, selbst wenn wir morgens um fünf zum Fischen gingen und es mir in den Fingern kribbelte, weil die Fische gerade zu dieser Frühzeit bissen. Ich verwunderte mich, unseren Vater sehr oft beten zu hören: "Und bewahre uns vor Abfall."

Petrus macht klar, dass falsche Propheten und falsche Lehrer unaufhörlich versuchen, uns mit diabolischen Offensiven vom entschiedenen Weg und der der klaren Nachfolge Jesu abzulenken. Viele folgen ihnen. Wenn aus der Sintflut nur Noah und die Seinen, aus Sodom und Gomorra nur Lot errettet wurden, sollte uns dies vor Selbstsicherheit warnen. Umso mehr, als nicht nur die Apostel, sondern Jesus selbst die Verführung als Endzeitzeichen Nummer eins bezeichnete.

Wer sind sie denn, die falschen Propheten? Es sind die Irrlehrer und religiösen Führer mit falschen Religionen. Es sind Politiker in Nadelstreifen, die bei ihrem Amtseid demonstrativ auf Gott verzichten. Es sind die Sterne am Unterhaltungshimmel, die vormachen, wie man die Ehe eins, zwei, dreimal bricht. Es sind die Kollegen, die das Zusammenleben ohne Trauschein zur natürlichsten Sache der Welt erklären. Es sind Lehrer, die Kindern und Jugendlichen ihren Glauben verderben.

Man muss sich schon mal prüfen, was uns denn die Stille Zeit, das Lesen der Heiligen Schrift, die Treue im Besuch der Gottesdienste raubt.

Im Gleichnis vom vierfachen Acker nennt Jesus drei Ablenkungen, die den guten Samen verderben: die Sonne, die Dornen und die Vögel. Die Sonne der guten Tage. Der Himmel ist blau, das Wetter ist schön, Hirte, wir wollen spazieren gehn - wir brauchen dich nicht.. Die Dornen des Alltags die Fülle und die Härte der Arbeit. Oder Vögel. Kaum fällt der gute Same des Wort Gottes in unser Herz, da sind sie schon da: das lose Geschwätz, das hundertfache Gezwitscher, das Fernsehprogramm etc.

Der Herr weiss aus der Versuchung zu erretten. Es gibt auch den Samen auf das gute Land, der Frucht trägt, dreissigfach, sechzigfach, hundertfach. Das Gebet "Bewahre uns vor Abfall!" Die Bitte aus dem Unservater: "Und führe uns nicht in Versuchung!" tut Not - auch für den heutigen Tag!


Bibellese: 2. Petrus 2,1-11



7 Das bessere Besser
Denn es wäre besser für sie gewesen, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als dass sie ihn kennen und sich abkehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist. 2. Petrus 2,21

Wenn Kinder durch das Elternhaus mit dem Evangelium vertraut werden, ist das ein ganz besonderes Vorrecht. Sie haben das Vorrecht, vom "heiligen Gebot" zu hören. Sie ziehen damit nicht orientierungslos in die Welt hinaus - und damit ohne Orientierung ihrer Ewigkeit entgegen. Oder wie herrlich, wenn das Evangelium als Frohbotschaft Gottes bei einer Evangelisation in ein Leben einschlägt! Wenn man mal singen kann: "Welch Glück ist's erlöst zu sein, Herr durch dein Blut!"

Nicht nur Petrus, auch Paulus ermahnt uns, auf der Hut zu sein, damit wir "an dem bösen Tag den listigen Anschlägen des Teufels bestehen könnt" Epheser 6,11. War das ein böser Tag, als Adam und Eva sich vom heiligen Gebot abkehrten! Als Saul seine Königskrone verlor. Als David der Versuchung erlag. Als Judas den Herrn verriet. Und jetzt könnten wir eine lange, lange Liste anführen von Männer, Frauen, Söhnen und Töchtern, die "durch die Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus entflohen sind dem Unrat der Welt" - und sich dann an irgend einem bösen Tag abkehrten. Petrus sagt, es wäre besser für sie gewesen, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten. Ein ganzes furchtbares Kapitel zählt Petrus unter der Inspiration des Heiligen Geistes die Folgen auf, was gipfelt: "Der Hund frisst wieder, was er gespieen hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Dreck." Jesus sagt es nicht harmloser: "...für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist. Weh der Welt der Verführungen wegen! Weh dem Menschen, der zum Abfall verführt!" Matthäus 18,6.7

Gott aber sei Dank, kennen wir ein anderes Besser. Der Hebräerbrief schaut zurück auf den herrlichen Alten Bund, und rühmt nun den noch viel besseren des Neuen Testaments. Da sind nicht mehr die Opfer von Tieren,, sondern das viel bessere Opfer Jesu Christi. Wir sind berufen zum viel besseren Priesterdienst. Und haben die viel bessere Hoffnung, das bessere Vaterland. Also nicht das irdische, sondern das himmlische Jerusalem. Lasst uns am heutigen Tag einstimmen in den Jubel, mit dem Petrus den Brief schliessen wird: "Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten! Amen."

Bibellese 2. Petrus 2,12-22


8 Ja, komm, Herr Jesus!
Wo bleibt die Verheissung seins Kommens?
2. Petrus 3,4

Es gibt Leute, die wissen von der Bibel nicht viel. Im Quiz von Günter Jauch kannte nicht einer von zehn Kandidaten den Text des Vaterunsers. Und bei "Eiger, Mönch und Kunz" in der Schweiz stand's nicht besser. Frage: Wer war 3 Tage im Bauch eines Fisches? Antwort: Abraham. Frage: Wer schrieb nach Matthäus, Markus und Lukas das vierte Evangelium? Antwort: Paul? - Cäsar!

Petrus spricht nun aber von solchen, die wissen, dass Jesus nach seiner Verheissung wiederkommen wird. Und nun fragen: Wo bleibt die Verheissung seines Kommens? Das kann eine Versuchung für Gläubige sein. Hier aber sind es Leute, die spotten. Es war schon bei seinem ersten Kommen nicht besser. Da sind im Alten Testament 4269 Prophezeihungen auf Jesus, viele davon auf sein erstes Kommen. Als er kam, nahmen dies nur eine Handvoll einfache Israeliten ernst. Der Rest konnte und wollte damit nichts anfangen. Was gar nichts daran hinderte, dass die Verheissungen auf Punkt und Komma erfüllt wurden.

Jesus kommt wieder! In den 216 Kapiteln des Neuen Testaments wird 318mal auf das zweite Kommen Jesu hingewiesen.

Damit, sagt Petrus, hat die Naherwartung der Wiederkunft Jesu nach dem Prüfstein jeder Lehre gesicherten Bestand: Erstens gesagt von den Propheten des Alten Testaments, zweitens gelehrt von Jesus Christus und drittens verkündet von den Aposteln.

Als die Jünger Jesu fragten: "Wann wird das geschehen?", schildert er ihnen die Endzeitzeichen, die sich vor unseren Augen immer drastischer und schneller erfüllen: Verführung -man beachte dies im heutigen Text-, Kriegsangst, Friedenssehnsucht, Israel - das sendet auf allen Kanälen. Die Zeichen signalisieren wie bei einer Autobahn: 1000m, 500m, 200m, 100m - Ausfahrt! Bald kommt der Herr, Halleluja! Nur Schalksknechte spotten: "Der kommt noch lange nicht."

Für die Welt wird Er kommen mit gewaltigem Blitz, wenn die Himmel zergehen mit grossem Krachen, die Elemente vor Hitze schmelzen und die Gerichte Gottes flammen. Wie ein übermächtiger Dieb, der plötzlich durch die Fenster der Welt einsteigt. Nicht aber für uns! Die wir mit "heiligem Wandel und frommen Wesen" -beides Ausdruck des Anteils an göttlichem Charakter-, mit unserer Naherwartung seine Ankunft beschleunigen. Mit dem Gebet auf den Lippen: "Amen, ja, komm, Herr Jesus!"

Bibellese: 2. Petrus 3,1-13



9 Wachsen in der Gnade.
Wachset aber in der Gnade!
2. Petrus 3,18

Es gibt wohl kaum anderswo in der Heiligen Schrift eine eine so ausführliche und ernste Warnung vor Verführung und Abfall wie in diesem Petrusbrief, adressiert an diejenigen, die vom Kommen des Herrn wissen. Um gegen die perfiden schleichenden Verführungskünste des Teufels gewappnet zu sein, ruft Petrus auf: "Wachset aber in der Gnade!"

Gott schenkt das Wachstum! Das ist das Entscheidende. Aber es ist nicht alles. Als ein Pfarrer am wohlgepflegten Garten eines Bauern vorbeiging, meinte er gütig: "Ja, mein lieber Freund, da hat Ihnen Gott aber einen wunderschönen Garten beschert!" Meinte der Bauer: "Ja, Herr Pfarrer. Sie hätten den aber sehen sollen, als Gott ihn noch alleine machte!" Kein Weinberg gedeiht von alleine. Wir lesen in Jesaja 5: Es muss auch gegraben, entsteint, gepflanzt, beschnitten, gehackt und bewässert werden. Genauso im Wachsen in der Gnade.

Was heisst nun aber Gnade? Das griechische Wort charis enthält Gunst und Barmherzigkeit, die sich mit Wohlwollen als Wohltat Gottes in unser Leben hinabneigt. Darum sagte man früher: Die Sonne geht gnaden, d.h., sie senkt sich herab. Damit ist eine ganze Fülle angesprochen:

- Durch die Gnade seid ihr errettet, sagt Paulus. Das hat Gott getan - aber der Aufruf, sich zu
bekehren, ist das Generalaufgebot an jeden Menschen.
- In Achaja sind viele durch die Gnade gläubig geworden. Jetzt aber helfen ihnen Apollos und
Paulus "brennend im Geist", in der Gnade Fortschritte zu machen.
- Im Römerbrief lesen wir: "Wo die Sünde grösser wurde, da erweist sich die Gnade noch
überschwenglicher." Die Sünde ist heute allgegenwärtig und mächtig. Aber die Gnade noch
überschwenglicher. Die Sünde zu überwinden, verlangt aber die ganze Waffenrüstung Gottes.
- Paulus sagt: "Mehr als sie alle habe ich gearbeitet, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes
mit mir." Es bringt gar nichts, die Gnade zu rühmen, und im Reich Gottes keine Hand zu
rühren.
- Paulus sagt auch: "...ausgesondert von meiner Mutter Leib an und durch seine Gnade
hervorgerufen." Die Gnade gibt jedem eine Berufung. Es müssten Eltern und Prediger allen
Eifer daran setzen, dass die Berufung jedes Einzelnen "hervorgerufen" wird. Wie Petrus
eingangs des Briefes sagt: "Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung
und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln und so wird
euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unsere Herrn und Heilands
Jesus Christus."

Wachsen in der Gnade, das bedeutet Reichtum für uns und Ehre für Ihn. Mit welch frohem Klang schliesst dieser Petrusbrief: "Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten!" Dieser frohe Klang soll unseren heutigen Tag bestimmen.

Bibellese: 2. Petrus 3,14 - 18