Kleine Kanzel


Vom Schinder zum neuen Menschen
"Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen" Joh 3,5.

Den neuen Menschen, ausgerichtet auf seine Grundbedürfnisse, wollten die "Roten Khmer" in Südasien schaffen, und vernichteten binnen vier Jahren ein Viertel ihres Volkes. In 129 Massengräbern liegen sie, die "alten" Kambodschaner, gefoltert, mit Schaufeln erschlagen, die Köpfe der Säuglinge gegen Baumstämme geschleudert.


Der neue Mensch! Nietzsche träumte von ihm aus "Pöbel-Mischmasch, Halunken, Heiligen und Juden". Hitler und die Seinen wollten mit Brachialgewalt den braunen der germanischen Herrenrasse. Lenin und Stalin den roten mit unendlichem Hängen und Erschiessen. Mao den gelben aus schwachen Bürgern alias Bakterien und Mikroben. Und immer wieder Millionen- und Abermillionen von Toten. 


In Phnom Penh stehen eine Handvoll der Massenmörder vor Gericht. Man horcht auf: Kaing Guek Eav, 65, einer von ihnen, Ex-Chef des grössten Folterlagers, habe sich "zum wiedergeborenen Christen" gewandelt. Born again! Tönt auch für säkulare Ohren nicht fremd, vernommen wie ein Echo aus Washington.


Wir sind nicht berufen, das Bekenntnis der Wiedergeburt anderer zu richten. Aber wir sind berufen, das Zeugnis Jesu in seiner ganzen Wucht zu verkündigen. Es ist gut, wenn Menschen die Bibel lesen, wenn sie beten, wenn sie zur Kirche und Freikirche gehen. Kriterium, dem Reich Gottes zuzugehören, ist dies nicht. Wiedergeburt durch Wasser – Wort Gottes, Busse, Bekehrung, Vergebung – und Durchbruch zu Gottes neuem Menschen durch den Heiligen Geist, das ist Voraussetzung. Einer der pietistischen Väter, Philip Spener, sagte: "Gibt es denn irgendeine Hauptsache im Christentum, dann ist es sicherlich diejenige der Neugeburt. Sie ist die Quelle, aus der alles Gute kommt." In seinem Schatz soll es darüber weit über zweihundert Predigten gegeben haben. Nie und nimmer soll dies von unseren Kanzeln verstummen!