Kleine Kanzel

Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?
1 Kor 14,8
 ß
Der Posaunenton ist mager geworden. Man hört und liest: Gott, Gott, Gott. Blasen Politiker, Popstars oder Presseprominenz nur schon das schöne Wort, geht der Weihrauch hoch. Eine liebliche Melodie von einem Gott, der entspannt, zu Medaillen verhilft, an das Gute im Menschen glaubt, in Finanzberatung pfiffig begleitet, kurz, einem Gott, der rundum schützt, hilft, wohlbefindlich macht. Der Gott der Bibel kann das wohl, tut es auch. Allerdings, dass Er auch verzehrendes Feuer ist, bleibt tunlichst hinter Kirchenmauern versteckt, wo es oft auch nur auf Sparflamme flackert.

Schlimmer: Von Jesus kaum eine Spur. Ja, von Christus, der uns Mühselige und Beladene aufrichtet und tröstet! Der aber auch sagt: "Niemand kommt zum Vater als nur durch mich!" Der gekreuzigt und auferstanden ist, um uns mit Gott zu versöhnen, uns vor dem flammenden, ewigen Zorn Gottes zu retten.  


Dem Mangel an Christusbekenntnis folgt in unsern Breitengraden die Absenz des Heiligen Geistes. Jesu Posaunensignal damals war klar: "Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommen wird, und werdet Zeugen für mich sein!" Und ebenfalls klar heute auf andern Kontinenten. So, wenn die afrikanische "Assemblies of God" 2010 bis 2020 als "Dekade für Pfingsten" erklärt und ihre 48 000 Pastoren aufruft, mit einer globalen Vision für 10 Millionen mit Heiligem Geist erfüllte Gläubige zu glauben und zu arbeiten. Mag uns hier befremden. Dort wirkt's: 1990 waren es noch 12 000 Gemeinden mit 2,1 Millionen Gläubigen. Heute sind es 16 Millionen in 50 000 Gemeinden!

Es wirkte schon immer. Auch bei den Alten: "Predigen Sie rücksichtslos, entschieden Gottes Wort, strafen Sie die Sünden und die Gottlosigkeit. Malen Sie Jesus Christus den Leuten vor die Augen in seiner ganzen Kreuzesgestalt und Herrlichkeit. Beten Sie brünstig um den Heiligen Geist!" (Louis Harms, 1808-1865). Und dann geschah, was wir uns heute sehnlichst wünschen: Viele Herzen wurden ergriffen, erweckt. Evangelisation und Mission wurde zur Mitte, junge Männer und Frauen in ihren Dienst berufen.


Deutlicher Posaunenton! Hirtenflöten genügen nicht.