Herr, tue es wieder! Pfingst-Persönlichkeiten

LORD, DO IT AGAIN!
Herr, tue es wieder, tue es noch einmal!

Es ist etwas Geheimnisvolles
um Gottes Erweckungen. Er kann auf das Schreien seiner Kinder antw Sprachenredenorten. Und kann sich, wenn Ihm die Stunde schlägt, mit mächtigen Wogen des Heiligen Geistes Bahn brechen mitten in schwärzester geistlicher Nacht. So war es in in Jerusalem. Die Sehnsucht des Volkes verkrustet, der Messias unter Hohngelächter ans Kreuz genagelt, die Apostel bar jeder Hoffnung auf dem Weg zum heimischen Fischerkahn und -netz. Plötzlich war es da, das Brausen wie von einem gewaltigen Wind. So war es in Los Angeles. Und doch, in geheimnisvoller Gleichzeitigkeit begann es zu brennen, über die ganze Welt. Jonathan Paul, Mentor der Mülheimer Erweckung, verdächtigt, in Christiania per Handauflegung kalifornische Dämonen empfangen und in Deutschland importiert zu haben, entkräftete dies kühl; er sei sehr wohl dort gewesen, von einer Handauflegung könne keine Rede sein.

Wie die Feuerwand der Erweckung auch über Europa eilte, konnte ich an manchen ihrer Hauptleute, die sie hervorbrachte, erleben. Kaum zwanzigjährig, scheu in der hintersten Reihe einer Konferenzversammlung sitzend, begegnete ich Vätern und Glaubensmännern der noch jungen Schweizer Bewegung - Karl Schneider, Leonhard Steiner, Jakob Widmer. Die Atmosphäre berührte mich mit heiligem Schauer: In diese Reihe wirst du dich nie wagen dürfen. Und doch durfte ich einer langen Reihe von ihnen begegnen. Da war damals Christian Krust, auch er ein Mülheimer, für mich ein gebietender Leuchtturm für Pastoren, an dem ich mich noch vorbeidrückte. Mit ihm Dr. Wolfgang Meissner, warmherziger Brückenbauer, der mich schon mal nach meiner Frau fragen konnte: "Wie geht's deiner Rippe?" Dann unvergesslich Erwin Lorenz, edel - immer mit Fliege -, wenn er mit geistesmächtiger Eloquenz die erweckte Gemeinde vor Augen malte. Nach ihm Reinhold Ulonska. Da war alles unvergleichlich da: Umfassendes Wissen plus Geistesgabe der Erkenntnis, markiges Charisma der Verkündigung, eine Gabe Gottes an die Gemeinde. Mit Waldemar Sardaczuk auf Strassenmission, der als Original, Evangelist und Gemeindegründer ein weltweites Werk für verfolgte Christen aufbaute. Roman Siewert, eine herrliche Persönlichkeit, natürliches und geistliches Multitalent, der an der Nordsee die Segensstätte Nazareth ausbaute. Nach dem Volksmissionsgründer Karl Fix und Chinamissionar Oskar Siering Gottlob Ling, als Förster erweckter echter Schwabe, direkt, nüchtern, weise, nebst Leiter der Bewegung Erbauer grosser Archen für Senioren. Natürlich auch die Pioniere Nikolaus Betschel und Karl Griesfelder, die das Schiff in Österreich durch die stürmische Kriegs- und Nachkriegszeit führten. Soll ich von Engländern reden? Von George Jeffreys, dem Evangelisten und Gründer der ELIM Bewegung, der auf meine Frage nach dem Geheimnis seines gewaltigen "Erfolges" antwortete: "The Word, the Word!" Oder denen, die aus dem Süden kamen. Francesco Toppi, aristokratisch, etwas von einem geistlichen Caudillo, der für die grosse Pfingstbewegung in Italien Gleichberechtigung neben der römischen Kirche erzwang. Der mitreissende Louis Reis, der mitten im katholischen Portugal Tausendschaften von Pfingstlern anführt, und es wenig schätzte, als ich ihn als pfingstlichen Torero begrüsste. Nicht zu reden von David Cho, immer bereit, die ganze Welt zu umarmen oder Reinhard Bonnke, mit dem man keine fünf Minuten zusammensitzen kann, ohne vom Feuer der Evangelisation erfasst zu werden. Sie alle, Männer voll Heiligen Geitses, hörte ich vom biblischen Jerusalem reden. Von Los Angeles kaum ein Wort.

Und die Frauen? Mit ihren femininen reichen Gaben dienten sie mitten in der Erweckungsbewegung. Um mit Dagmar Engström, der Vielgeschmähten aus Kassel eine von ihnen zu nennen. 1947 bezeugte sie nach fünfzigjährigem gesegnetem Missionsdienst in Indien an der Weltpfingstkonferenz in Zürich: "Werdet aufs neue erfüllt mit dem Heiligen Geist! Und dann geht hinaus und verkündigt die wunderbare Botschaft des Evangeliums!"

Es hat tiefe Berechtigung, dass im September 2006 Tausende von Pfingstgeschwistern im Los Angeles Memorial Coliseum zusammenkamen, um der Azusa-Erweckung vor 100 Jahren zu gedenken. Jubel und Dank vereinigte sich im Gebet: "LORD, DO IT AGAIN! Tue es noch einmal - tue es wieder!

Und es war 1995 als in Jerusalem ebenfalls Tausende in Jerusalem zur 17. Weltpfingstkonferenz zusammenströmten. Es war
ein grosses Fest. Unter anderem mit einem Konferenzchor, der auf höchstem Niveau die alten pfingstlichen Hymnen sang: "Herr, sende die Kraft doch jetzt!" Und dann, gleichsam als Abschluss der Konferenz, betete Dr. Ray Hughes, Präsident des Advisory Committees zum Abschluss der Konferenz unter offenem Sternenhimmel, nur ein Steinwurf vom Söller entfernt, wo das Pfingstfeuer fiel: "LORD, DO IT AGAIN!"

Ja Herr, tue es noch einmal. Tue es wieder!