PFINGST-EUROPAKONFERENZ OSLO 17. - 23.9.2007

PFINGST-EUROPAKONFERENZ OSLO 17. - 23.9.2007
Azusa Europe 2007 - Pinse for alle - Pfingsten für alle!

Aus den Palästen
von Elfenbein – Flughafen Zürich, teuer bezahlt von den Eidgenossen – empfing uns das Pendant von Oslo eher wie eine Stätte für Holzverarbeitung. Praktisch, effizient sicherlich, Schönheitspreis eher weniger, typisch wohl für Norwegen. Die Busfahrt zur Halb-Millionenstadt Kontikis und Holmenkollen am Oslofjord führte durch romantische Wiesen mit über 1000 Wildpflanzen. Durchgängig wurde klar, dass das Volk der Wikinger – ohne EU, UNO, Euro, fett gepolstert mit Erdöl und Gas nicht verlernt, den Rest der Welt tüchtig zu schröpfen.

100 Jahre Pfingstbewegung orientierte sich in Oslo weniger an Azusa als an T. B. Barratt und dem Aufbruch der Pfingstbewegung. Beispiel: Am Eröffnungstag wurde an einem Theologischen Symposium professoral festgestellt, wie Barratt 1906 über Tage in einem erschütternden Ringen jeden Lebensbereich auf dem Altar des Herrn opferte, um erst dann eine urbane Taufe mit Geist und Feuer zu erfahren. Im Gegensatz zu einer heute verbreiteten Charismatik, die davon ausgeht, dies durch alleiniges Hören und Glauben zu erfahren. Was schon klar machte, dass "Pfingsten für alle" auf schwammigem Grund stehen kann.

Die eigentliche Eröffnung in der Halle Oslo-Spektrum wurde mit Reinhard Bonnke wie immer zu einem Ereignis. "Ich bin Evangelist, und dafür entschuldige ich mich nicht!" Revolution, nicht Evolution ist auf dem Plan. Die Agenda Jesu – Der Geist des Herrn, Evangelium den Armen, Heilung, Befreiung, Sehkraft für Blinde, Freiheit den Zerschlagenen! – muss zu unserer Agenda werden. Diese Kraftausrüstung kann verpasst werden. Von den Fünfhundert, die die Auferstehung Jesu bezeugten, erlebten sie nur einhundertzwanzig. Bleibt es bei der Johannes-Taufe, können wir kalt und nass bleiben. Jesus aber tauft mit Geist und Feuer, ein Strom, nonstopp in die Ewigkeit! Um 40 000 sollen im Laufe der Woche an der Konferenz teilnehmen. Schon an diesem ersten Abend folgen viele dem Altarruf.

Dieser Feuerstoss machte den folgenden Verkündigern die Fortsetzung nicht nur einfach. Ingolf Ellssel gelang es aber gut, die Konferenzgemeinde in das Thema "Einheit im Geist" einzuführen. Friede, Freude, Vergebung, Einheit mit dem Nächsten und in der Gemeinde, das allein hat Verheissung – Psalm 133! Zu oft sehen wir in der Gemeindegeschichte, wie das Zerbrechen dieser Einheit erweckliche Aufbrüche zerbrechen kann. Abhängig davon ist auch dreissig-, sechzig-, ja hundertfältige Frucht! Wie Gott seine Gnade seinem Volk Israel zuwendet, dürfen wir dies auch für Europa erwarten.

Dass die Pfingstbewegung ein singendes, musizierendes Volk ist, zeigt sich einmal mehr durch die ganze Konferenz. Es war im Guten, wie im weniger Guten ein Wechselbad. In allem höchste Qualität. Angefangen bei einem Instrumental-Ensemble, ebenso bei Solisten und Chören. Welch' ein Potential an gottgeweihter Kunst in Skandinavien! Anbetungsleiter und -leiterinnen, die durchwegs die Konferenzgemeinde subtil und starkem geistlichem Gespür in die Anbetung führten und leiteten. Immer wieder vereinigten sich Posaunen, Pauken und Gitarren zur Anbetung der Solisten und Tausenden: "Heilig, heilig, heilig!" Zur gemeinsamen Anbetung in neuen Zungen.

Unglaublich schön ein Konzert zum Gedenken an 100 Jahre Pfingstbewegung. Schlicht, ergreifend die Kurzbiographie T. B. Barratts durch Emanuel Minos, aus der Barratt-Familie hervorgegangen, Oxforddoktor und 76 Jahre Pfingst-Evangelist und Lehrer. Nach seinen Worten wurde Barratt ausserhalb der Pfingstbewegung als ein letzter grosser Reformator benannt. Ein Nachfahre Barratts, Stephan, spielte als Solist meisterlich die Violine. Man meinte, nochmals Barratt selbst zu erleben, der nicht nur ein Schüler Edvard Griegs, sondern auch ein Meister der Violine war. Und dann die Reihe an Sängern und Sängerinnen! Unter ihnen Gunstein Draugedalen, dessen grosse Baritonstimme an den unvergesslichen Schweden Einar Ekberg erinnerte, oder die weit über Skandinavien bekannte Sopranistin Kersti Esselwall-Smars, die in grosser Schlichtheit das Lied "Gottes Verheissungen bleiben" von Lewi Pethrus mit dem hohen C krönte. (Zudem während einer der immer wieder unangenehm dringlich betrommelten Kollekten!) Dann sangen sie alle herrlich, die Solisten mit dem 100köpfigen Chor: "Das muss ich singen..." "Jesus, die Antwort..." "Welch ein Freund..." bis zu "Himmel und Erd mag brennen", stehend, kämpferisch proklamiert - zudem vor den Ohren des anwesenden Kronprinzen Haakon.

Dass pfingstliche Musik nicht nur Kunstgenuss sein muss, sondern in allen möglichen Stilrichtungen alte wie jugendliche Herzen erreichen soll, wird mit viel Verständnis mitgetragen. Zuviel aber war über zu lange Strecken Geschrei und Gestik zu erleiden, das sich vom Gehabe von Rockstars kaum unterschied. Die technische und turnerische Leistung der australischen Hillsong United ist gewiss anzuerkennen. Dem evangelistischen Aufruf sollen 2000 Jugendliche gefolgt sein, nicht mehr von denen miterlebt, die vor der harten Disco-Rhythmik trotz verteilter Ohrpfropfen die Flucht ergriffen. Sollen diese an Leib und Leben kriminellen Heavy-Metal-Beats Gottes Zugang zu den heutigen jugendlichen Herzen sein? Oder endzeitliche Verführung? Zudem: Die Unkultur, Redner wie TV-Grössen anzusagen, ein Übermass an Klatschen und Pfeifen sollten Gottesdienstleiter nicht zulassen.

Was für ein Morgen mit Martin L. Mutebele, ursprünglich aus dem Kongo, jetzt in Brüssel. Welch' ein mächtiger Gesang des ihn begleitenden New Jerusalem Chors, der die ganze, grosse Konferenzgemeinde in ihren Jubel mitriss. Sofort zum heiligen Wort kommend, spürte man das Jesus-Wort gegenwärtig: "Ihr werdet den Himmel offen sehen!" Joh 1,51. Das Geheimnis: BETET! M. Mutebele begann mit vier Geschwistern. Der offene Himmel blieb nicht aus: Von vier wurden vierzig, dann fünfhundert. Es folgten Nachtgebet, Gebetswochen, Gebetsmonate. Es wurden fünftausend, die grösste Kirche der Stadt, dreissig neue Gemeinden. Ausserordentliche Heilungen, Menschen erfüllt mit Feuer und Geist, Gläubige in allen Stufen der Regierung bis zu den Ministern. Darum der Aufruf: BETET! Es ist einfach – eine Stunde, zwei, acht. Die Antwort des Himmels wird herrlich sein.

Erklärlich, je einen lutherischen und katholischen Bischof im Programm zu finden, ist wohl nur, weil sich diese PEK einer überdenominationellen Azusa-Konferenz anschloss. Und, dass sich in Skandinavien bibelgläubig kirchliche Pastoren einem liberalen Strom entgegenstemmen, der sich z.Zt. besonders in der Segnung Homosexueller austobt. Bei aller Freude über jeden, der in einer andern Denomination wiedergeboren und geistgetauft ist: Abendmahl, ausgeteilt von jemandem in hochkirchlichem Talar: Nein.

Der letzte Tag brachte nochmals aufwühlende Begegnungen. Der Schwede Pelle Karlsson – mit seiner Frau Evie starke geistliche Musiker – zitierte, dass Ages Ozman als erste Frau der Pfingstbewegung bei ihrer Geistestaufe drei Tage in chinesischer Sprache redete. Er führte zwei eindrückliche Persönlichkeiten ein:

Zum einen den ungemein dynamischen
Chinesen Bruder Yun, einen vollmächtigen Zeugen der chinesischen Erweckung, selber aus dem Martyrium in Sicherheitsgefängnissen Chinas hervorgegangen. Nach Jahrhunderten dem Evangelium verschlossen, begann der Heilige Geist in diesem Land eine mächtige Erweckung. Triumphierte Mao noch: "Wir haben die Bibeln ins Museum gebracht!", triumphiert nun die Gemeinde: "Mao ist im Museum, und die Bibeln sind unter uns!" Man spricht von 130 Millionen geisterfüllten Christen, pro Monat stosse eine weitere Million dazu. Eine machtvolle Missionsbewegung "Back zu Jerusalem" ist entschlossen, das Evangelium den fünfzig Ländern zwischen Peking und Jerusalem zu bringen.

Dann eine
Nichte T.B. Barratts, die man kaum anders als eine "grosse alte Dame" bezeichnen kann. Sie bezeugte, wie Präsident Nixon es ihr möglich gemacht habe, mit drei Baseball-Spielern und drei blonden Mädchen als christliche Zeugen China zu besuchen. Vor allem aber, dass sie eben von einer Gebetskonferenz mit über zweihundert Persönlichkeiten aus 50 Nationen im Gebäude der UNO komme. Wenn man so will: Barratt mitten in der UNO! Ihr abschliessendes Gebet kann als würdiges Schlussgebet dieser grossen Konferenz gelten: "Vater, Schöpfer der Galaxien, wunderbarer kraftvoller Name Jesus! Schliesse die Türe unserer Herzen vor jedem Gedanken, der nicht von Dir ist. Lass jede unserer Empfindungen, jede Tat unter dem Blut Christi sein. Erfülle uns mit Deinem Glanz, mit Deiner Herrlichkeit. Wir weihen unsere Leben Dir. Hilf uns, Dir besser dienen zu können. Empfange unsere Liebe, unsere Anbetung, Abba Vater, Erretter Jesus, Heiliger Geist. Amen."

Als nächstes steht die 22. Weltkonferenz vom 25. - 29. August 2010 in Globen, Stockholm/Schweden bevor. Sie ist viel zu wichtig, als dass man sie einem nationalen Rahmen überlassen dürfte. Damit sie zu einer machtvollen Demonstration der Grösse Gottes wird, täte die ganze Pfingstbewegung Europas gut daran, mit ihrer Vorbereitung unverzüglich zu beginnen.