Abschied von WORTundGEIST

Funke und Stahlband
Das geschriebene Wort ist beides, Funke zum geistlichen Steppenbrand wie Stahlband der Einheit. Der Befehl Gottes ergeht eindringlich an Mose, dann an die lange Reihe der Schriftpropheten, an die Apostel bis zu Johannes auf Patmos: "Schreibe!" Diesem himmlischen Ruf gehorchten durch zwei Jahrtausende eine Legion von Männern und Frauen, eine Wolke schreibender Zeugen. Ausgeprägt auch von den ersten Tagen der Pfingstbewegung und durch ihre hundertjährige Geschichte. Der Dicitionary of Pentecostal and Charismatic Movement benennt dies als eine der Gründe ihres phänomenalen Wachstums und iher Kraft.

Leonard Steiner redigierte 1907 noch während der ersten Tage der SPM die "Verheissung des Vaters". Der Titel widerspiegelt die sehnsüchtige Erwartung der damaligen Gläubigen.

In den kommenden Jahrzehnten kamen Monatsschriften der parallel entstehenden Bewegungen der Freien Christengemeinden und der Gemeinde für Urchristentum dazu. Im Rahmen der in den sechziger Jahren beginnenden Einheitsbestrebungen wurden bald einmal Möglichkeiten einer gemeinsamen Zeitschrift ausgelotet. Schliesslich beschlossen, setzte sich unter den Vorschlägen "Pfingsten", "Geist und Feuer", "Wort und Kraft" der Titel "Wort + Geist" durch. Im Januar 1969, noch vor der Gründung des Bundes Pfingstlicher Freikirchen der Schweiz am 24.10.1973, erschien die erste Ausgabe, die die "Verheissung des Vaters" nach 61, "Der feste Grund" nach 38 und das "Ich komme bald" nach 26 Jahren ersetzte. Auf dem Titelblatt ein smarter Lewi Pethrus, der eben an einer Einheitskonferenz zum Thema "Arbeit für die Einheit" gedient hatte.

Gleichzeitig wuchs auch die Einheit innerhalb der europäischen Pfingstbewegung. 1969 fand eine noch lose europäische Begegnung pfingstlicher Leiter innerhalb der Nyhem-Konferenz in Schweden statt. Die dort beschlossene europäische Konferenz, 1972 in Bern durchgeführt, legte das Fundament zu den europäischen Konferenzen der nächsten Jahrzehnte. Einer der Marksteine war der Zusammenschluss der Monatsschriften mit deutschen Pfingstbewegungen. Auf dem Titelblatt von WORT + GEIST, als erste gemeinsame Ausgabe an der Konferenz als Festschrift verteilt, prangten eine Taube und in wuchtigen Buchstaben "PEK".

35 Jahre war WORTundGEIST die bedeutendste gemeinsame Stimme deutschsprachiger Pfingstbewegungen, nachdem sich auch Österreich zugesellte. Die gemeinsamen Redaktionssitzungen mit Richard Krüger, Conny Lemke, Günther Kaupp, Meinrad Schicker und Toni Bergmaier waren unvergessliche Begegnungen. Vom Alter eingeholt, hat ein verjüngtes fähiges Team die Fackel übernommen. Ihr Priester der Feder! Solange das Salz nicht fade wird, ist der mediale Massenteig nicht zu fürchten. Die Verheissung des Vaters liegt auf dem Profil, der Kraft und der Schärfe des Korns.
Wer ist dazu tüchtig? Seid tüchtig gemacht durch Christus zu Redaktoren nicht nur des Buchstabens, sondern des Heiligen Geistes!